Wenn die täglichen Herausforderungen keine Zeit mehr für Entspannung zulassen, kann Stress krank machen. Der Körper befindet sich in andauernder Alarmbereitschaft.

Die negativen Auswirkungen der Daueranspannung beginnen meist mit Schlaflosigkeit, Stimmungsschwankungen, nervösen Verdauungsbeschwerden, Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen.

Diesen Zustand, der oft am Ende einer jahrelangen Überarbeitung und Überforderung steht, bezeichnet man heutzutage als »Burn-out Syndrom« ( to burn out = ausbrennen). Dieser Begriff wurde zum ersten Mal in den 1970iger Jahren vom Psychoanalytiker H. J. Freudenberger formuliert.

Burn-out ist nicht nur ein Modewort, um eine Depression oder Versagensängste zu verbergen, sondern mittlerweile eine ernsthafte Erkrankung. Das »Ausbrennen« beginnt langsam und zuerst unbemerkt mit Spannungen, die entstehen, wenn Erwartungen und Ziele nicht mehr mit der Realität im beruflichen und privaten Alltag übereinstimmen.

Zu Burn-out neigen besonders Menschen, die:

  • sehr pflichtbewusst und leistungsorientiert sind
  • sich sehr stark mit ihrer Arbeit identifizieren
  • zum Perfektionismus neigen
  • nach Bestätigung durch andere suchen
  • ihre eigenen Bedürfnisse vernachlässigen

Da Burn-out Geist und Körper beeinflusst, ist eine ganzheitliche Sichtweise sehr hilfreich, um die Ursachen zu erkennen und zu behandeln. Der Ayurveda betrachtet den Menschen in seiner Ganzheit und erkennt das subtile Zusammenspiel zwischen den feinsten Ebenen der Physiologie und der Psychologie. Eine anhaltende psychische Belastung verursacht Ungleichgewichte in den Doshas - besonders Vata - welche sich dann in vielerlei Beschwerden wie Ängsten und Einschlafschwierigkeiten äussern.

Der Ayurveda wertet den Schlaf als eine der wichtigsten Säulen des Lebens.

Neben guter Ernährung ist Schlaf entscheidend für die Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden. Tiefer, ruhiger Schlaf wirkt regenerierend auf Geist und Körper und bildet die Grundlage für effiziente und produktive Leistungen während des Tages. Vom seligen Schlafen können viele Millionen Menschen jedoch nur träumen.

Reduziert sich der Schlaf einer Person auf 5,5 Std. pro Nacht, macht sich dies bereits nach einer Woche bemerkbar. Die Bauchspeicheldrüse muss 50% mehr Insulin produzieren, um den Zuckerhaushalt im Gleichgewicht zu halten. Während die Notwendigkeit gesunder Ernährung und regelmässiger sportlicher Aktivität als überaus wichtig angesehen wird, stuft man ausreichend Schlaf und notwendige Ruhephasen als nebensächlich ein. Die häufigste Schlafstörung wird durch ein Übermass von Vata hervorgerufen, dem Prinzip der Bewegung und Aktivität. Vata gerät durch Stress, Hektik und Reizüberflutung aus dem Gleichgewicht. Auch das verlängerte Tageslicht im Sommer, unregelmässige Mahlzeiten, zuviel oder zu wenig Bewegung können Schlafprobleme nach sich ziehen. Das Resultat sind Unruhe, Verspannungen, Sorgen und die Unfähigkeit abschalten zu können.

Dies hat eine andauernd verminderte Leistungsfähigkeit von Körper und Geist zur Folge.

Laut Ayurveda ist das körperliche und geistige Gleichgewicht jedoch die Grundlage für Gesundheit, Wohlbefinden und Tatkraft.