Ayurveda-Berufe und Anerkennung in der Schweiz

In der Charaka Samhita, dem ältesten Klassiker des Ayurveda, heisst es:

«Die vier Aspekte der Therapie sind der Arzt, das Medikament, der Therapeut und der Patient. Zusammen sind sie verantwortlich für die Heilung der Krankheit, vorausgesetzt sie verfügen über die nötige Qualifikation.»

 

In der Schweiz gibt es seit April 2015 zwei eidgenössisch reglementierte und anerkannte Ayurveda-Berufe.

Der Naturheilpraktiker mit eidg. Diplom in Ayurveda-Medizin ist dazu befähigt, eine ayurveda-medizinische Diagnose zu erstellen, ayurvedische Heilmittel zu verschreiben und alle traditionellen Behandlungen, auch invasive Verfahren, durchzuführen. Dazu gehört u.a. die Durchführung der ayurvedischen Reinigungs- und Entschlackungsstrategien, Panchakarma genannt, welche entweder ambulant oder vorzugsweise stationär durchgeführt werden.

Der Komplementärtherapeut mit eidg. Diplom in Ayurveda-Therapie ist befähigt eine therapeutische Befunderhebung zu erstellen und bezüglich Ernährung und Lebenshygiene zu beraten sowie geistig-seelisch zu begleiten. Er oder sie darf die individuell ausgerichteten manuellen Behandlungen ohne Einsatz von äusserlich angewendeten Heilmitteln praktizieren. Invasive Behandlungen führt er nur in Zusammenarbeit mit einem Naturheilpraktiker durch.

 

Hier finden Sie Informationen zu den Berufsbildern:

 

Zusätzlich setzt sich die Schweizerische Ärztegesellschaft für Ayurveda für die offizielle Anerkennung des Ayurveda im Gesundheitswesen und in der Grundversicherung ein

http://www.ayurveda-aerztegesellschaft.ch

Abgrenzung zum Ayurveda Wellness-Bereich

Ayurveda-Wellness wird traditionell weder dokumentiert noch praktiziert und existiert auch nicht in den WHO Richtlinien für die Berufsbildungen in Ayurveda. Ayurveda-Wellness entstand aus einer neuzeitlich businessorientierten Entwicklung, sowohl in der westlichen Welt als auch in Indien.

Die Wellnessangebote sind von der Ayurveda-Therapie über folgende Kriterien einfach abzugrenzen:

  • Es findet keine Befunderhebung statt
  • Es wird kein Therapieplan erstellt
  • Der Klient erhält keine therapeutische Beratung
  • Es wird keine prozessorientierte Betreuung angeboten

Wo kann ich Ayurveda studieren?

Wenn Sie Interesse am Erlernen eines eidgenössischen Ayurveda-Berufes haben, können Sie bei diesen Schulen mehr Informationen bekommen:

https://www.heilpraktikerschule.ch (für die Deutschschweiz)

http://www.samayurveda.com (für die französische Schweiz)

https://www.usha.ch/formations (für die französische Schweiz)

Wenn Sie sich in Maharishi Ayurveda* fortbilden möchten, gibt es folgende Anlaufstellen:

 

Die AyurVeda AG unterstützt seit vielen Jahren personell und finanziell die Entwicklung der eidgenössisch anerkannten Ayurveda-Berufe in der Schweiz. Auch bieten wir immer mehr Kurse für Laien an. Wir freuen uns deshalb sehr, dass sich die Anzahl der Ayurveda-Studenten ständig vergrössert.

 

* Abgrenzung Ayurveda zu Maharishi Ayurveda: Im Maharishi wird speziell die Rolle des Bewusstseins und die Wichtigkeit der Entwicklung dessen betont, nicht nur beim Patienten, sondern auch beim Arzt, Naturheilpraktiker und Therapeuten, um beste Therapieerfolge zu erreichen. Es werden auch praktische Wege dazu beschrieben, empfohlen und gelehrt.