Nigella sativa Linn (Latein)
Echter Schwarzkümmel (Deutsch)
Upakuncika, Karavi, Krshnajiraka (Sanskrit)
Kalajira, Kalomji, Kalonji, Kalaumji (Hindi)

 

Nigella sativa ist eine Gewürzpflanze mit ganz unterschiedlichen Namen. Dies mag ein Hinweis auf seine weite geografische Verbreitung sein oder auch darauf, dass man es bei der Übersetzung nicht immer so genau nahm. So ist der deutsche Name Schwarzkümmel irreführend, ist er doch weder mit dem einheimischen Kümmel (Carum carvi L.) noch mit dem Kreuzkümmel (Cuminum cyminum L.) verwandt. Vielmehr gehört Schwarzkümmel zu den Hahnenfussgewächsen und ähnelt der zierlichen «Jungfer im Grünen» (Nigella Damascena), die manchen Garten verschönert.

 

Der Schwarzkümmel ist ein hübsches einjähriges Kraut, das eine Höhe von maximal 50 cm erreicht. Seine Blättchen sind sehr schmal und stark gefiedert (ähnlich wie Fenchelkraut), die sternartigen Blüten sind blau, violett, aber auch weiss oder rosafarben.

Die kleinen schwarzen Samen reifen in ballonartigen, papierenen Balgfrüchten.

 

Schwarzkümmel stammt aus dem Mittelmeergebiet (Türkei) und dem Orient, breitete sich jedoch über die Handelswege bis nach Indien aus. Heute wird die Gewürzpflanze angebaut, kommt aber auch vereinzelt wild in Südeuropa vor.

 

Verwendung in der Heilkunde und in der Küche finden die getrockneten aromatischen Samen von Nigella sativa. Im Gegensatz zum bekannten einheimischen Kümmel und zum ayurvedischen Kreuzkümmel ist Schwarzkümmel bei uns kaum bekannt. Er wird als einzelnes Gewürz oder als Bestandteil verschiedener Gewürzmischungen verwendet. In der Türkei beispielsweise wird er auf Fladenbrote gestreut und mitgebacken.

 

Der scharfe und bittere Geschmack von Schwarzkümmel oder Kalonji sowie die leichten, trockenen Eigenschaften lassen ihn nach ayurvedischer Lehre Vata und Kapha reduzieren. Deshalb eignet er sich hervorragend für Nahrungsmittel, die eher schwer verdaulich sind. Dazu können die Samen geröstet, mitgekocht oder nach dem Essen gekaut werden.

Seine erhitzende Wirkung erhöht das Pitta Dosha und Schwarzkümmel stärkt allgemein die Verdauungskraft Agni.

Aus den Samen gewonnenes Öl (Nigellae sativae oleum) wird in der ayurvedischen und in der westlichen Volksmedizin für die Pflege der Gelenke verwendet.

 

Vorsicht in der Schwangerschaft: Da der Genuss von Schwarzkümmel laut Ayurveda die Wehentätigkeit fördern kann, sollte dieses Gewürz mit Vorsicht genossen werden. Hilfreich hingegen soll eine Abkochung der Samen bei stillenden Müttern zur Förderung der Milchbildung sein.

 

Ayurvedische Eigenschaften (bezogen auf die Samen):

  • Geschmack (Rasa): scharf, bitter
  • Eigenschaft (Guna): leicht, trocken, spitz
  • Wirkkraft (Virya): erhitzend
  • Geschmack nach der Verdauung (Vipaka): scharf
  • Wirkung auf die Doshas: verringert Vata und Kapha, vermehrt Pitta
  • Stoffwechselenergie: stärkt Agni

 

 

Quellen:

Schrott/Ammon: Heilpflanzen der ayurvedischen und der westlichen Medizin, Springer Verlag, 2012