Im Ayurveda werden Gewürze schon seit Jahrtausenden zum Kochen und auch heute noch in indischen Familien bei alltäglichen Beschwerden verwendet. Was für Hildegard von Bingen hauptsächlich die heimischen Gartenkräuter waren, sind im Ayurveda die Gewürze und Kräuter Indiens. Das Wissen über die wohltuende Wirkung der Gewürze ist ein wesentlicher Bestandteil der überlieferten ayurvedischen Lehre. Ihre zielgerichtete Verwendung spielt in der ayurvedischen Ernährung eine zentrale Rolle. Ayurvedisch kochen bedeutet nicht indisch kochen. Die ayurvedischen Gesetzmässigkeiten der Essenszubereitung sind in allen Teilen der Welt anwendbar und für die Gesundheit empfehlenswert. Der Ayurveda stimmt Mahlzeiten idealerweise auf die Tages- und Jahreszeit und auf die individuelle Konstitution des Menschen ab. Vorzugsweise werden regionale und saisonale Lebensmittel mit den entsprechenden Gewürzen verwendet.
Da unser Geschmackssinn unmittelbar mit den drei Doshas verbunden ist, kann man sie mit Gewürzen sehr wirkungsvoll regulieren.
Eine einfache Art, die richtige Mischung für Ihre Konstitution zu finden, sind die sogenannten Churnas (Gewürzmischungen). Sie sind nach den Doshas bezeichnet, die sie regulieren und ausgleichen, z. B. Vata-Churna verwendet man für ein übermässiges Vata-Dosha oder in der Vata-Jahreszeit, Pitta-Churna für den Pitta-Typ oder in der heissen Jahreszeit, Kapha-Churna für den Kapha-Typ oder in der kalten Jahreszeit. Obwohl die fertigen Mischungen sehr nützlich sind, ist das frische Mahlen der Gewürze kurz vor dem Kochen vorzuziehen, um das volle Aroma zu erhalten.
Beim Kauf von Gewürzen achtet man auf Frische und biologischen Anbau oder Wildsammlung.

Bewahren Sie Ihre Gewürze am besten in gut schliessenden dunklen Behältern auf, denn sie sind nur begrenzt haltbar. Gemahlene Gewürze sollten nach einem Jahr erneuert werden, Körner und Samen nach etwa drei Jahren. Lagern Sie die Gewürze an einem kühlen, dunklen Ort und verschliessen Sie die Behälter nach Gebrauch sofort wieder.

 

Gewürze zur Beruhigung von Vata:

Alle süssen, wärmenden Gewürze, die blähungswidrig wirken und den Appetit fördern: Ajwain, Anis, Asafoetida, Basilikum, Bockshornklee, Bohnenkraut, Fenchel, Galgant, frischer Ingwer, Kardamom, Koriander, Kreuzkümmel, Liebstöckel, Lorbeerblätter, Majoran, Muskat, Nelken, Rosmarin, Safran, Süssholz, Thymian, Zimt, Salz.
Nur in geringen Mengen zu verwenden: Trockene, scharfe, bittere Gewürze wie Kurkuma, Pfeffer, Cayenne und Chili.

 

Gewürze zur Besänftigung von Pitta:

Basilikum, Dill, Fenchel, Kardamom, Koriander, Kurkuma, Melisse, Minze, Petersilie, wenig schwarzer Pfeffer und Ingwer.
Ab und zu in geringen Mengen kann auch Anis, Bohnenkraut, Bockshornklee, Cayennepfeffer, Chili, Kümmel, Kreuzkümmel, Muskatnuss, Nelken, Paprika, Rosmarin, Safran, Senfkörner, Salz und Zimt verwendet werden.
Agni stärkend, ohne Pitta anzuregen:
Bockshornkleesamen, Dill, Fenchel, Ingwer, Kardamom, Kreuzkümmel, grüner Koriander, Minze, Safran, Zimt.

 

Gewürze zur Besänftigung von Kapha:

Für den Kapha-Typ sind alle Gewürze zur Anregung des Stoffwechsels sehr hilfreich, die schleimlösend und entschlackend wirken. Zur Reduzierung von Kapha sind alle Kräuter mit bitterer, herber und scharfer Geschmacksrichtung zu bevorzugen, besonders Basilikum, Berberitzenbeeren, Bockshornkleesamen, Bohnenkraut, Cayennepfeffer, Chili, Estragon, Galgant, Ingwer, Kardamom, Kurkuma, Nelken, Paprika, Pfeffer, Rosmarin und Zimt. Dagegen sollte Salz möglichst vermieden werden.

Wichtig ist, dass Sie diese allgemeinen ayurvedischen Regeln Ihrem eigenen Geschmack und Bedürfnis anpassen. Finden Sie heraus, was Ihnen besonders schmeckt und geniessen Sie jede mit Liebe zubereitete Mahlzeit.

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