Das Zusammenleben mit anderen Menschen – ob in der eigenen Familie, mit dem Partner/der Partnerin oder als Teil einer Wohngemeinschaft – bietet eine Fülle an gemeinsamen Erlebnissen und wertvollen Erfahrungen. Sinnvolle Basis für ein harmonisches Zusammenleben ist es, uns selbst und unsere ureigenen Bedürfnisse zu kennen und diese auszudrücken. Und wenn wir ausserdem unsere Eigenheiten und persönlichen Neigungen und die unserer Mitbewohner anerkennen und wertschätzen können, so steht einer lebendigen (Wohn- und Lebens-) Gemeinschaft nichts mehr im Wege.

Hierbei hilft uns das umfassende Wissen des Ayurveda jeden Tag. Ayurveda lehrt uns, dass Menschen verschieden sind und ganz unterschiedliche Voraussetzungen und Bedürfnisse mitbringen. Nur wenn sie diese befriedigen, werden sie ihr individuelles, gesundes Gleichgewicht finden können. Die praktische Kenntnis der fünf Elemente, der ayurvedischen Lebensrhythmen, der Qualitäten und Wirkungen von Nahrungsmitteln, und besonders der drei Doshas Vata, Pitta und Kapha mit den entsprechenden Menschentypen erleichtern das Miteinander und bereichern unser Leben ungemein.

Lassen Sie uns einen Blick in eine Wohngemeinschaft werfen und die drei Bewohner*innen V., P. und K. eine Weile in ihrem Alltag begleiten. (Falls Sie Parallelen zu den drei Dosha Typen Vata, Pitta und Kapha erkennen sollten, ist dies durchaus gewollt. Und hier selbstverständlich leicht überspitzt dargestellt.)

Fokus Gemeinschaftsraum/Wohnzimmer

Ein grosszügiges Zimmer mit einem bunten Teppich auf dem alten Parkett, einem gemütlichen Sofa mit kuscheligen Kissen in der Ecke, einem kleinen Salontisch aus dem Brockenhaus in der Mitte. An der Wand ein schwer beladenes Bücherregal, das neben zahlreichen Romanen, Comics, Sachbüchern und Bildbänden hübsche Andenken aus aller Welt und grüne Zimmerpflanzen beherbergt. Nicht zu übersehen die über dem Sofa hängende Gitarre, ein Saxophon, das leicht verstaubt auf seinen Einsatz wartet und eine aufgerollte Yogamatte neben der Tür. Schauen wir noch etwas genauer hin, so fallen uns eine schwarze Socke unter dem Sessel, Musiknoten mit handschriftlichen Notizen, eine ausgelöschte Kerze sowie eine halbleere Teetasse und einige Kuchenkrümel auf dem Tisch auf. Vor dem Fenster steht ein praktischer Schreibtisch, darauf liegen ein Laptop, Lehrbücher und Stifte bereit. Wer wohnt wohl in dieser Gemeinschaft?

  • Mitbewohnerin P. ist Studentin. Sie ist stets gut organisiert und arbeitet konzentriert an ihren Zielen. Ihr knappes Budget und die zentrale Lage hat sie dazu veranlasst, in diese Wohngemeinschaft zu ziehen. Hier ist sie verantwortlich für den «Ämtliplan» und die finanziellen Bereiche. Auch liegt es in ihrem Interesse, dass die Einrichtung – jedenfalls ansatzweise – optisch zusammenpasst und die Wohnung stets sauber gehalten wird.
  • Mitbewohner K. ist die Ruhe in Person und bringt Verlässlichkeit in diese Gemeinschaft. Sein Lieblingsplatz ist die gemütliche Sofaecke neben dem umfangreichen Bücherangebot. Dort liegen auch ein Stapel Gesellschaftsspiele und Karten bereit. Er kümmert sich ausserdem hingebungsvoll um die Grünpflanzen. Und wenn Besuch vorbeikommt, bewirtet er seine Freunde mit kulinarischen Köstlichkeiten. Auch mit Tee und selbstgebackenem Kuchen.
  • Mitbewohnerin V. ist wenig zuhause. Sie hat vielfältige und oftmals wechselnde Interessen, ist ständig in Bewegung. Als Musikliebhaberin übt sie gelegentlich Gitarre, auch spätabends, und sprüht vor Ideen, wie sie die Wohnung immer wieder neu dekorieren könnte. Nach der fehlenden schwarzen Socke sucht sie übrigens schon länger.

 Fokus Badezimmer

Zugegeben, die Ausstattung des Bades entstammt einem früheren Jahrzehnt, ist aber durchaus praktisch und einer kostengünstigen Wohnung angemessen. Eines der Badetücher liegt halbfeucht auf dem Boden, ein anderes noch zusammengefaltet auf dem Wäschekorb und das dritte, das hellblaue, trocknet an der Stange. Eines der Waschbecken ist sauber poliert, im anderen verraten Zahnpasta-Spuren, haarige Hinterlassenschaften und Kalkflecken, dass das Bad heute in Eile verlassen worden ist. Auch fallen über dem ersten Lavabo schön aufgereihte Cremes, Parfums und Kosmetika auf. Nebenan eine Flasche Massageöl, deren Deckel nicht zugedreht ist und eine zerquetschte Zahnpastatube, teilweise ausgelaufen.

  • Mitbewohner K. konnte sich heute noch nicht dazu aufraffen, eine Dusche zu nehmen, daher ist das Frotteetuch noch unbenutzt. Für seine Körperpflege braucht er ohnehin lediglich etwas Seife, Pulvershampoo und eine Bürste für die kräftigen Haare. Im Winter hingegen geniesst er ein heisses, fein duftendes Bad und vertieft sich dabei in einen unterhaltsamen Comic. Auf die Anschaffung einer Körperwaage verzichtet er bewusst.
  • Mitbewohnerin V. hat sich diesen Morgen in der Zeit vertan, dadurch blieben ihr für die Körperpflege nur wenige Minuten. Dass ihr Badetuch nun auf dem Boden vor sich hin müffelt, ist ihr in der Eile entgangen. Eigentlich würde sie ihre zu Trockenheit neigende Haut gern ausgiebig mit einem entspannenden Öl pflegen und anschliessend warm duschen. Wenn nur nicht so oft irgendwas dazwischenkäme.
  • Mitbewohnerin P. legt grossen Wert auf eine gepflegte Erscheinung. Sie lässt sich dies — entsprechend ihres Budgets — auch etwas kosten, liebt hochwertige Produkte und edle Marken. Sauberkeit und Hygiene sind für sie ein Muss, ebenso wie Ordnung. Deshalb hängt sie ihre Tücher zum Trocknen stets sorgfältig auf die Stange und sorgt dafür, dass das Waschbecken glänzt. Zudem hat P. durchgesetzt, dass das Badezimmer jeweils samstags gründlich geputzt wird.

Fokus Kühlschrank und Küche

Wenn wir die Kühlschranktür öffnen, so fällt uns auf, dass zwei Drittel des Inhaltes mit Lebensmitteln gefüllt ist, die sich mit dem orangen Halbpreis-Kleber als preiswerte Schnäppchen entpuppen. Darunter finden sich allerlei Delikatessen, die auf einen wahren Geniesser hindeuten. Im mittleren Kühlschrankbereich sind die Lebensmittel ordentlich eingereiht und nach Haltbarkeitsdatum sortiert (das älteste immer zuvorderst). Auch sind sie klar mit dem Namen der Besitzerin beschriftet. Privat ist nun mal privat. Auf dem obersten Kühlschrankboden entdeckt man einen Rest Butter, ein halb leer gegessenes Jogurt, eine welke Karotte, einen Rest Hummus und eine Plastikdose, deren Inhalt nicht mehr eruierbar ist. Ausser der paar gebrauchten Teller, einigen fleckigen Kaffeetassen, Wassergläsern und etwas schmutzigem Besteck in der Spüle ist die kleine Küche eigentlich ganz gemütlich und einladend.

  • Das oberste Kühlschrankregal ist Mitbewohnerin V. zugeteilt worden. Gestern Mittag hat sie spontan auswärts gegessen, abends keinen Hunger verspürt und heute vergessen einzukaufen. Typisch, meint Mitbewohnerin P. In der Küche ist V. nur anzutreffen, wenn sie plötzlichen Hunger verspürt (dies kann jederzeit geschehen) oder wenn sie sich voller Enthusiasmus an die Umsetzung eines ganz neuen, trendigen Rezeptes macht.
  • Mitbewohnerin P. legt Wert auf einen persönlichen Bereich, auch im Kühlschrank. Sie kauft entsprechend des Menuplans und des Haushaltsbudgets ein und will selbst bestimmen, mit wem sie ihre Hafermilch teilt. Sie bereitet gerne gesunde Mahlzeiten zu, auch frische Salate, Pastagerichte und feine Desserts. Dabei geht sie effizient vor und schon bald nach dem Kochen ist die Küche wieder perfekt aufgeräumt.
  • Mitbewohner K. gilt einerseits als Geniesser, ist andererseits aber auch sehr preisbewusst. So hat er entdeckt, dass im Supermarkt gegen Abend die Preise einiger Lebensmittel halbiert werden, damit sie noch vor dem drohenden Verfalldatum verkauft werden können. Wer da nicht profitiert, ist selber schuld. K. ist übrigens ein begnadeter WG-Koch. Kommen dann noch Gäste vorbei, so läuft er zu Hochform auf und verwöhnt alle mit reichhaltigen und aufwändigen Menus. Ausreichend Lebensmittelvorräte sind ja immer vorhanden.

Fokus Tag & Nacht

Frühmorgens in der Wohngemeinschaft: Jemand ist schon längst unterwegs und dreht seine Joggingrunden in der noch kühlen Morgenluft. Wer fit bleiben will, muss auch etwas dafür tun, und vitale Menschen sind nun mal erfolgreicher! Die zwei anderen Mitbewohner hingegen liegen noch tief in ihren Kissen. Entweder brauchen sie natürlicherweise mehr Schlaf oder sie haben gestern wieder einmal die Zeit vergessen und sind erst spät zu Bett gegangen. Ein gemeinsames Frühstück liegt nicht im Interesse aller, der Appetit und die Gewohnheiten der Drei sind zu unterschiedlich. Vielleicht sitzen sie mittags zusammen am Tisch und geniessen ein feines Mahl oder kommen wenigstens abends nach dem individuell verbrachten Tag zu einer Mahlzeit zusammen. Mit den abendlichen Aktivitäten und dem Schlafengehen zeigen sich dann wieder die unterschiedlichen Neigungen und Bedürfnisse der Mitbewohner*innen V., P., und K.

  • Mitbewohner K. liebt sein bequemes, weiches Bett über alles und macht sich schon früh daran, es abends aufzusuchen. Am liebsten würde er morgens lange ausschlafen, wenn er nicht regelmässig von seinen umtriebigen Mitbewohnerinnen geweckt würde (die eine macht kräftigende Yogaübungen auf dem knarrenden Holzboden und die andere tanzt fröhlich summend durch die Wohnung). Nach dem Erwachen lässt K. das Frühstück meist ausfallen, ein anregender Tee oder ein scharfes Ingwerwasser genügen ihm oft. Morgen oder übermorgen will er auch mal versuchen, in der Früh etwas Sport zu treiben.
  • Mitbewohnerin V. steht leicht auf, tänzerisch bewegt sie sich durch alle Zimmer in Richtung Bad und Küche. Immer dabei ihr Handy, womit sie sich über neueste Entwicklungen und Statusänderungen in ihrem Freundeskreis orientiert. Sie ist hungrig, ihr feingliedriger Körper verlangt nach einer nährenden, warmen und gehaltvollen Mahlzeit. Am liebsten mag sie einen gekochten Getreidebrei, süss und reichhaltig mit Milch, Rahm oder Hafermilch. Wollte sie gestern nicht neue Porridge-Flocken kaufen?
  • Wenn Mitbewohnerin P. vom Sport zurückkommt, braucht sie etwas zwischen die Zähne. Ihr Appetit verlangt nach gesunden, sättigenden Nahrungsmitteln wie Müesli, getoastetem Vollkornbrot, Knäckebrot mit Butter und Fruchtaufstrich, Nüssen und einen Kräutertee. Das bittere Aroma von Kaffee mag sie, dessen anregende Wirkung bekommt ihr jedoch weniger. Doch zuerst unter die kühle Dusche, dann ist sie bereit für einen erfolgreichen Tag.

Ayurvedische Nahrungsmittel, die sich besonders für Wohn- und Lebensgemeinschaften eignen

Gemeinsamkeiten

In Gemeinschaften, wo sich verschiedene Dosha-Typen zum Essen treffen, kann grundsätzlich alles gekocht und gemeinsam geteilt werden. Wichtig dabei ist, dass die unterschiedlichen Typen die Anteile von Gemüse, Kohlenhydraten und Proteinen unterschiedlich aufteilen. Vata sollte von den drei Bestandteilen am meisten Kohlenhydrate essen, Pitta etwa gleich viel Gemüse, Proteine und Kohlenhydrate und Kapha tendentiell mehr Gemüse und weniger Kohlenhydrate.

Folgende Nahrungsmittel weisen einen eher neutralen Charakter auf und sind normalerweise für alle Dosha Typen gut verträglich:

  • Reis, Hafer, Dinkel, Gerste
  • Broccoli, Fenchel, Gurken, grüne Bohnen, Karotten, Kartoffeln, Kohlrabi, Zucchini, Spargel, Süsskartoffeln
  • Mung Dal, gelbe Linsen, grüne Erbsen

 

Individualisierung

Mit spezifisch ayurvedischen Gewürzkompositionen wie den beliebten Vata, Pitta und Kapha Churnas oder Vata, Pitta, Kapha Balance Gewürzmischungen lassen sich die unterschiedlichen Geschmäcker leicht befriedigen. So schmecken die entsprechend gewürzten Gerichte nach Belieben eher scharf, mild, süss, herb, leicht bitter oder salzig, je nach Zusammensetzung der Gewürze. Sie lassen sich direkt über die Gerichte streuen, verfeinern Saucen und Dips oder würzen kreative Brotaufstriche.

  • Vata Vorlieben: Vata mag gerne suppige, weiche und ölige Gerichte.
  • Pitta Vorlieben: Pitta mag Gerichte mit Biss besonders gern, zu denen auch etwas Rohkost gehören darf.
  • Kapha Vorlieben: Kapha bekommt warme Nahrung mit leichten, trockenen Eigenschaften und anregender Schärfe besonders gut.

 

Ist ein Menu abwechslungsreich und enthält die fünf Geschmacksrichtungen süss, sauer, salzig, bitter und herb sowie weiche, bissfeste, knusprige, suppige und ölige Konsistenzen, werden alle Gäste zufrieden sein.

 

Als Getränke für unterschiedliche Bewohner und Gäste sind die beliebten Vata, Pitta und Kapha Gewürz- und Kräuter-Tees sehr beliebt. Auch Pukka verfügt über ein umfangreiches Sortiment für alle Teeliebhaber. So ist die Teeschublade in der Wohngemeinschaft stets attraktiv und für alle Geschmäcker gefüllt.

Das ideale Vata – Pitta – Kapha Produkt – Für mehr Harmonie und Vitalität

Während zahlreiche ayurvedische Einzelkräuter und Kombinationsprodukte auf die Eigenheiten von Vata, Pitta und Kapha abgestimmt sind; eignen sich andere für alle drei Doshas gleichzeitig. Dazu gehört die traditionelle ayurvedische Rezeptur Chyavanprash, welche die hochgeschätzte Amalakifrucht mit ausgesuchten Kräutern und Gewürzen in einer wohlschmeckenden Fruchtzubereitung vereint. Täglich genossen schenkt Chyavanprash Körper und Geist Harmonie, Vitalität und Widerstandskraft für alle Lebenssituationen. Es lohnt sich, im Küchenschrank immer genügend Gläser davon vorrätig zu haben!