Sind Sie Ihrer Badezimmerwaage in letzter Zeit vermehrt aus dem Weg gegangen? Zwickt die blumige Sommerhose in der Taille? Haben Sie den Eindruck, Ihr Badeanzug sei innerhalb eines Jahres enger geworden?

 

Dann könnte Sie der etwas andere, ganzheitliche Ansatz des Ayurveda zur Gewichtskontrolle interessieren.

 

Während sich die westliche Welt an einem definierten Idealgewicht orientiert, das sich entsprechend Alter und Körpergrösse berechnen lässt, so spricht der Ayurveda von einem persönlichen Wohlfühlgewicht. Das ayurvedische Gesundheitssystem betrachtet das Körpergewicht eines Menschen von einer differenzierten Optik aus und schliesst zahlreiche massgebende Komponenten mit ein. Wer gesund und energievoll ist, wer sich in seinem Körper wohl und zuhause fühlt, der bringt das für ihn richtige Gewicht auf die Waage. Unabhängig von einer allgemein gültigen Skala und frei von wechselnden Schönheitstrends.

 

Neben einer gesunden Ernährung spielen in der ayurvedischen Betrachtungsweise die Verdauungskraft Agni und die Stoffwechselaktivität eine zentrale Rolle, wenn wir unser persönliches Idealgewicht halten oder erreichen wollen. Wichtig sind nicht nur die Nahrungsmittel, die wir zu uns nehmen (oder weglassen), sondern ebenso, wie sie von unserer Verdauungskraft verarbeitet und in kleinste und subtilste Stoffe (Ojas) transformiert werden.

Westliche Diätkonzepte basieren mehrheitlich auf den Energiewerten der Nahrungsmittel, auf analysierbare Inhaltsstoffe wie Proteine, Kohlenhydrate, Fette, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente.

 

Der Ayurveda orientiert sich in erster Linie am Menschen: an seiner individuellen Körper-Konstitution (Prakriti), seinem Geisteszustand, allfälligen Krankheitszeichen, dem Alter, dem familiären und beruflichen Umfeld, den Einflüssen der Jahreszeit und des Klimas.

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Bei der Behandlung von Übergewicht muss auch das Schlafverhalten und unbewältigter Stress im Alltag einbezogen werden. Beides kann einen bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung des Körpergewichts haben und darf nicht unterschätzt werden. Bei Menschen mit einer ursprünglich schlanken Erscheinung und einem grazilen Körperbau kann lange andauernder Stress zu einer so tiefen Vata-Störung führen, dass Kapha sich einschaltet und in guter Absicht, mit Fettpolstern und Körperschwere helfend, einzugreifen versucht. Dies verlangt meist nach professionellen ayurvedischen Massnahmen, da bei diesem Zustand oft mehrere Doshas aus der Balance geraten sind und ausgeglichen werden wollen. Dazu gehören auch Gewichtszunahmen aufgrund hormoneller Störungen.

 

Auch die geistigen Doshas (Sattva, Rajas und Tamas) spielen eine wichtige Rolle bei der Behandlung von Übergewicht. Speziell, wenn Tamas erhöht ist, wenn der Mensch träge geworden ist und an Energie und innerem Antrieb verloren hat, besteht die Gefahr zu Übergewicht und daraus resultierenden Gesundheitsstörungen oder gar Krankheiten.

 

Wenn wir uns die drei Funktionsprinzipien (Doshas) Vata, Pitta und Kapha vor Augen führen, so fällt der geduldige, gemütliche Kapha-Typ mit seinem kräftigen Körperbau, seinen breiten Gelenken und runden Formen auf. Gesellt sich zur schweren Grundkonstitution noch ein Mangel an Bewegung und ein ungünstiges Essverhalten, so ist ein erhöhtes Körpergewicht oft nicht weit entfernt.

Unbeweglichkeit und Übergewicht bilden daher ein unvorteilhaftes Duo, das eine ungesunde Abwärtsspirale in Gang setzt. Wenn die Verdauungskraft Agni zudem geschwächt ist, bilden sich laut Ayurveda Stoffwechselschlacken (Ama), welche sich in den Geweben einlagern und körperliche Funktionen behindern können.

 

Vereinfacht zusammengefasst sind die wichtigsten Ursachen für Übergewicht eine Kombination von falschem oder zu viel Essen und zu wenig Bewegung, oft zusammen mit einem hohen Kapha-Anteil in der persönlichen Konstitution. Ayurveda beschreibt ein übermässig ausgeprägtes Meda-Dhatu (Fettgewebe im Körper.)

 

Aus ayurvedischer Sicht sind für eine Reduktion von zu viel Körpergewicht alle Massnahmen geeignet, die Kapha senken, das Verdauungsfeuer Agni anfachen, den Stoffwechsel ankurbeln und Ama (Stoffwechselrückstände) beseitigen.

Das wichtigste und grösste Stoffwechselorgan ist die Muskulatur. Auch wenn es – ganz besonders für Kapha-Menschen – etwas inneren Antrieb und Disziplin erfordert, sich an der frischen Luft zu bewegen, zu spazieren, wandern, laufen, Velo fahren etc., der Erfolg ist sofort spürbar! Erfahrungsgemäss fühlen sich Menschen mit ausgeprägtem Kapha nach körperlichen Aktivitäten schnell belebter, energievoller und leichter. Bis überflüssige Kilos purzeln, mag es möglicherweise etwas länger dauern, aber eine Zunahme von Wohlbefinden (körperlich, geistig und seelisch) ist die unmittelbare Belohnung für den Einsatz. Regelmässigkeit festigt den Erfolg und macht langfristig Freude.

 

In früheren Zeiten, wo Nahrungsmittel nicht rund um die Uhr und im Überfluss zur Verfügung standen, hatten die Menschen eine ganz andere Beziehung zum Essen. Auch schwere körperliche Arbeit, oft im Freien, prägte den Alltag.

 

Im Gegensatz zu westlichen Diätansätzen, wo Nahrungsmittel nach Kalorien (Joule) eingeteilt und dadurch je nach Brennwert empfohlen oder verteufelt werden, wendet der Ayurveda auch hier umfassendere Kriterien an.

Nahrungsmittel sind entsprechend ayurvedischem Wissen weder generell gesund noch ungesund. Sie verfügen über verschiedene Eigenschaften, sind demnach individuell zuträglich oder ungünstig. Daher können sie korrigierend und ausgleichend eingesetzt werden.

 

Um Kapha auszugleichen, Agni zu stärken und den Stoffwechsel anzukurbeln (spezifisch das Meda Dhatu zu reduzieren), empfiehlt der Ayurveda Nahrung, die frisch gekocht, leicht und idealerweise heiss gegessen wird. Zusammen mit erhitzenden, anregenden Gewürzen (Ingwer, Pfeffer, Chili, Kapha Churna) und möglichst heissen Getränken (Agni Plus Tee, Kapha Tee, Meda Tee, Ingwertee), die über den Tag verteilt regelmässig getrunken werden, kommen die Stoffwechselprozesse wieder in Gang und der Körper kann sich von überflüssigem Ballast befreien.

Die Geschmacksrichtungen scharf, bitter und herb (zusammenziehend) sind zu bevorzugen. Ebenfalls bewährt hat sich die ayurvedische Heisswasserkur, wo Wasser 20 Minuten lang leicht gekocht wird und tagsüber aus der Thermosflasche schluckweise getrunken wird.

 

Um den Stoffwechsel und die Ausscheidung von Ama über die Haut anzuregen, bewähren sich kräftige ayurvedische Trockenmassagen (Garshan) mit rohseidenen Handschuhen.

 

Der Ayurveda kennt traditionelle und bewährte Rezepturen, um ganz gezielt das Meda Dhatu zu vermindern (wie z.B. Meda 2). Darin enthaltene Pflanzen (wie beispielsweise Commiphora «mukul», Indische Myrrhe oder  Guggul) sind den Elementen Luft und Feuer zugeordnet. Sie sind scharf, bitter und herb.

 

Und zum Schluss noch dies:

Für eine  glückliche und gesunde Lebensgestaltung ist es wichtig, sich wohlzufühlen, seinen Körper gern zu haben, ihn zu pflegen und ihm dankbar zu sein, dass unsere Seele ganz viele Jahre in ihm wohnen darf. Auf ein paar Kilos mehr oder weniger kommt es dabei nicht an.

Einen beweglichen Geist in einem vitalen Körper zu erreichen ist viel Arbeit und ein grosses Geschenk!

Der Ayurveda unterstützt Sie beim Erreichen Ihrer Ziele!!