«So wie der Honig, den die Bienen von den Früchten und Blüten sammeln, so erhält Ojas den Körper des Menschen durch seine Eigenschaften und Handlungen.»

(Charaka Samhita)

 

Ojas – «Odschas» ausgesprochen – ist ein Begriff, dem wir in den ayurvedischen Lehrbüchern immer wieder begegnen. Die Natur von Ojas zu erahnen oder gar zu verstehen, ist anspruchsvoll. Ojas kann als feinste Substanz beschrieben werden, die den Körper mit seiner ihm innewohnenden Intelligenz verbindet. Manchmal wird Ojas auch als Bindeglied zwischen Bewusstsein und Materie bezeichnet. Seine Substanz ist gleichzeitig feinste Materie und immaterielles Bewusstsein. Ojas ordnet die Wechselbeziehungen der Doshas Vata, Pitta und Kapha, der Gewebe, Organe und Organsysteme. Es hält Verdauung und Stoffwechsel aufrecht, baut Körpergewebe auf, steuert Transformationen, fördert Ausstrahlung, Vitalität und Stärke. Ojas verlangsamt den Alterungsprozess und verstärkt die Immunität, indem es den Organismus u.a. vor Viren und Bakterien schützt. Auch eine gute Konzentrationsfähigkeit, klares, positives Denken und der Schutz vor psychischen und psychosomatischen Störungen wird Ojas zugeschrieben.

 

Wenn Ojas so viele gesundheitsrelevante Eigenschaften aufweist – wie entsteht es und wie kann diese Substanz gefördert werden?

Dazu befassen wir uns kurz mit dem Verdauungsprozess und den sieben Körpergeweben (Dhatus), die der Ayurveda beschreibt. Denn es besteht ein direkter Zusammenhang zwischen einem starken Verdauungsfeuer (Agni), den Dhatus und Ojas, das als subtilstes Endprodukt einer einwandfreien, mehrstufigen, sich ständig verfeinernden Transformation der Nahrung entsteht.

 

Der Ayurveda beschreibt detailreich, wie sich die eingenommene Nahrung durch sieben verschiedene Körpergewebe hindurch umwandelt. Das erste Dhatu ist Rasa (Plasma), das zweite Rakta (zellulärer Anteil des Blutes), das dritte Mamsa (Muskulatur), das vierte Meda (Fettgewebe), das fünfte Asthi (Knochengewebe), das sechste Majja (von Knochen umschlossenes Gewebe wie Knochenmark und zentrales Nervensystem) und das siebte Shukra (Eizelle und Sperma). Jedes dieser Körpergewebe will ausreichend ernährt werden, damit der Mensch gesund und vital ist. Wenn dieser Prozess einwandfrei funktioniert, entsteht als Endprodukt oder Essenz Ojas.

 

Charaka Samhita, das bekannte ayurvedische Kompendium beschreibt Ojas, das mit modernen Diagnosemethoden wohl kaum feststellbar ist, als «weissliche bis gelbrote Flüssigkeit, die wie Honig schmeckt und wie Puffreis riecht». Wenn es zum ersten Mal im menschlichen Körper produziert wird, hat es die goldene «Farbe von Ghee» (ayurvedisches Butterfett).

Seine Qualitäten werden ganz differenziert als «schwer, kühl, weich, glatt, ruhig, zähflüssig, süss, stabil, klar, klebrig, zusammenhaltend und ölig» beschrieben.

 

Wer nun einen Bezug zum Kapha Dosha macht, dessen Qualitäten mit ähnlichen Eigenschaften umschrieben werden, liegt gar nicht so falsch. Ojas steht mit dem Kapha Subdosha «Tarpaka» in Verbindung, welches seinen Sitz im Gehirn und im Rückenmark hat und die Sinnesorgane nährt.

 

Der Ayurveda als ältestes Gesundheitssystem der Welt entfaltet seine einzigartige Bedeutung besonders im Bereich der Gesundheitsprävention. Letztlich zielen alle Massnahmen auf Aufbau von Ojas und seinen Erhalt. Wir erkennen einen gesunden Menschen an seiner Ausstrahlung, seiner Lebenskraft, seiner vitalen Hautfarbe, seinen strahlenden Augen – alles Ausdruck von frei fliessendem Ojas.

 

Besteht hingegen ein Mangel an Ojas, so führt dies unweigerlich zu Zerfall und einem Verlust von Lebenskraft. Aus ayurvedischer Sicht sind u.a. negative Emotionen, Traumata, zu wenig oder zu viel Schlaf, sportliche Überaktivität, unbekömmliche Nahrung, eine schwache Verdauungskraft, etc. für eine ungenügende Ojas-Produktion verantwortlich.

 

Deshalb legt der weise Ayurveda grössten Wert auf ein starkes Verdauungsfeuer (Agni), eine frische, dem persönlichen Dosha Typ und der Jahreszeit angepasste Ernährung, ein gesundes Gleichgewicht von Ruhe und Aktivität, die Ausübung von erfüllenden Tätigkeiten sowie Techniken, die die psychische und mentale Gesundheit fördern.

Laut der traditionellen ayurvedischen Schriften sind auch zahlreiche Pflanzen wie beispielsweise Indisches Basilikum (Tulsi), Ingwer, Galgant, Ashwagandha (Winterkirsche), Brahmi (Indisches Wassernabelkraut), Rosenblätter, Pippali (langer Pfeffer), Amalaki, Lavendel und viele andere für ihre Ojas fördernden Qualitäten bekannt.

 

Durch die Einnahme ayurvedischer Pflanzenpräparate, wie auch durch leicht umsetzbare, ayurvedische Massnahmen im Alltag, wird Ojas ganz natürlich gestärkt und wir werden mit einem gesunden, langen und glücklichen Leben beschenkt.

Ganz im Sinne des ayurvedischen Gedankengutes.

 

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