Die drei Doshas Vata, Pitta, Kapha finden sich nicht nur in unserem Körper, sondern im gesamten Kosmos. Zu den verschiedenen Tages- und Jahreszeiten sind die Doshas unterschiedlich aktiv und beeinflussen uns massgeblich. Entsprechend sollten wir unsere Routine und Ernährung gestalten.

Der im März beginnende Frühling ist vom Kapha Dosha geprägt. Obwohl die Tage wieder länger und wärmer werden, fühlen wir uns oft müde, träge und antriebslos. Die Frühjahrsmüdigkeit hat uns befallen. Das sind Anzeichen des vorherrschenden Kapha Doshas. Zudem haben wir über den Winter im Körper Kapha angesammelt. Dies ist ein natürlicher Prozess, denn im Winter benötigt der Körper das Kapha, um sich vor Kälte und Kräfteverfall zu schützen. Gleichzeitig haben wir jedoch durch reichhaltiges Essen und zu wenig Bewegung auch zu viel ungesundes Kapha aufgebaut.

Diesem erhöhten Kapha können wir nun im Frühjahr durch eine leichte, Kapha-reduzierende Ernährung und vermehrte körperliche Aktivität entgegenwirken. So kommen die natürlichen Ausscheidungsvorgänge wieder in Schwung und wir fühlen uns leicht und vital.

Tipps für eine leichte ayurvedische Ernährung

In einer ayurvedischen Mahlzeit sollten alle sechs Geschmacksrichtungen – süss, sauer, salzig, herb (zusammenziehend), bitter und scharf – enthalten sein. Dies unabhängig von den Eigenheiten und Bedürfnissen der drei Doshas

Für eine Kapha-ausgleichende Ernährung werden besonders die scharfen, bitteren und zusammenziehenden Geschmacksrichtungen empfohlen, denn diese regen Agni an. Die Geschmacksrichtungen süss, sauer und salzig hingegen sollten reduziert werden, da sie Kapha im Körper erhöhen.

Für eine Kapha-reduzierende Ernährung sind zudem leichte, trockene und wärmende Nahrungsmitteloptimal. Sie verhelfen dem phlegmatisch veranlagten Kapha-Organismus zu Aktivierung, Schwung, Leichtigkeit und neuer Energie.

Als allgemeine Ernährungsempfehlung gilt, dass man nur essen sollte, wenn man körperlichen Hunger verspürt. Erst dann ist die vorherige Mahlzeit verdaut und der Körperbereit für eine neue Nahrungsaufnahme. Zwischenmahlzeiten sollten vermieden werden.

Essen oder trinken Sie nichts Kaltes. Der Ayurveda empfiehlt die Heisswasser-Trinkkur besonders in der Kapha-Jahreszeit. Sie können dem heissen Wasser ein, zwei Scheiben frischen Ingwer hinzufügen. Die frische Ingwerwurzel schmeckt scharf und eignet sich sehr gut als natürliches Anregungsmittel.

Heisses Wasser – so wird‘s gemacht

  1. 1-2 Liter gutes Wasser aufkochen und mindestens 10 Minuten lang köcheln lassen (ohne Deckel).
  2. In eine Thermoskanne füllen und tagsüber alle 30 Minuten 2-3 Schlucke (oder mehr) so heiss wie möglich trinken.
  3. Diese Kur sollte mindestens 7 Tage durchgeführt werden.

Reduzieren Sie im Frühjahr den Konsum tierischer Eiweisse oder verzichten Sie ganz darauf. Diese sind schwer verdaulich und wirken verschleimend (= Kapha erhöhend). Ersetzen Sie die tierischen Eiweisse durch natürliche, pflanzliche. Insbesondere Mungbohnen (Mung-Dal) sind sehr leicht verdaulich und geben ein angenehmes Sättigungsgefühl.

Empfohlene Nahrungsmittel

Reduzieren Sie allgemein die Menge an Getreide, sowohl in Form von Brot, Beilagen zu den Hauptmahlzeiten oder als Getreidebreie. Dies gilt ebenso für Pasta, deren Konsum auch reduziert werden sollte.

Bevorzugen Sie: Gerste, Hirse, Mais, Buchweizen

Reduzieren Sie: Weizen, Dinkel und Reis

Nehmen Sie vorrangig Gemüse mit bitterem, zusammenziehendem und scharfem Geschmack in den Speiseplan auf. Dazu zählen alle grünen Gemüse wie Broccoli, Kefen, Bohnen, Spinat, Krautstiel, Federkohl, Endivien, Stangensellerie, sowie Rettich, Randen, Karotten und Fenchel.

Reduzieren Sie: Kürbis, Süsskartoffeln, Kartoffeln, Gurke, Pastinaken

Abgesehen von Sojabohnen und den daraus herstellten Produkten, wie Tofu, Sojamehl oder auch Sojamilch, können Sie alle Hülsenfrüchte essen. Tofu enthält zwar wertvolles Eiweiss, gehört jedoch zu den schwer verdaulichen Lebensmitteln und sollte im Frühjahr oder allgemein bei einer Kapha-reduzierenden Ernährung weggelassen werden.

Geniessen Sie Früchte mehrheitlich gekocht oder gedünstet. Verfeinern Sie Kompott mit Gewürzen wie Zimt, Vanille, frischem Ingwer und Kardamom.

Bevorzugen Sie Früchte wie: Äpfel, Birnen, Papaya, Granatapfel, Preiselbeeren.
Reduzieren Sie Mango, Avocado, Banane, Kokosnuss, Datteln, Feigen.

Wie bereits oben erwähnt, empfiehlt der Ayurveda, im Frühling möglichst auf tierische Eiweisse zu verzichten. Wenn Sie Milch mögen und gut vertragen, können Sie gelegentlich ein Glas warme Milch mit Gewürzen trinken. Dies jedoch ausserhalb der Mahlzeiten, z.B. vor dem Schlafengehen.

Zum Kochen und Dünsten ist Ghee in kleinen Mengen empfehlenswert.

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