Ocimum tenuiflorum / Ocimum sanctum (Latein)
Indisches Basilikum, heiliges Basilikum, Königsbasilikum (Deutsch)
Tulsi, Tulasi (Sanskrit)

 

Tulsi – eine Pflanze, welche der Überlieferung nach eine Manifestation der Göttin Lakshmi sein soll und als Tulasidevi in die Gestalt dieser Heilpflanze geschlüpft sei. Ein Kraut, das in seinem Heimatland Indien den Göttern Shiva und Krishna geweiht ist – es scheint über aussergewöhnliche Fähigkeiten zu verfügen.

 

Auch die deutschen Bezeichnungen «heiliges Basilikum» und «Königsbasilikum» zeugen von der grossen Bedeutung dieser Pflanze, insbesondere in der traditionellen ayurvedischen Heilkunde.

 

Seit Jahrtausenden wird Tulsi im Ayurveda unter der weiteren Bezeichnung «die Unvergleichliche» hoch geschätzt und gehört in Indien zur heimischen Kräuterapotheke.

 

Zur Anwendung kommt Tulasi u.a. als kräftigendes Mittel bei Beschwerden der Atemwege, die durch ein Übermass von Vata und Kapha verursacht werden, bei stressbedingten Störungen durch erhöhtes Vata und Pitta sowie zur Stärkung von Agni, dem ayurvedischen Verdauungsfeuer. Darüber hinaus ist in der ayurvedischen Heilkunde eine breite Anwendungspalette für das heilige Basilikum bekannt. Tulsiblätter sind in zahlreichen ayurvedischen Zubereitungen enthalten.

 

Das indische Basilikum ist eine einjährige, aromatische, krautige Pflanze, die bis zu einem Meter hoch wächst. In den warmen Gebieten Indiens ist sie weit verbreitet und ziert manchen Haus- und Hofeingang. Wohl nicht zuletzt darum, da ihr Duft Insekten abhalten soll. Kleine, weisse bis rötliche Blüten stehen an 6-8 cm langen Ähren, woraus sich braune Früchtchen entwickeln. Die grünen bis weinroten Blätter sind eiförmig bis länglich, leicht gezähnt und fein behaart. Tulsi wird seit einigen Jahren auch in europäischen Gärtnereien angeboten oder kann auf einem warmen Balkon selber angesät werden.

Ayurvedische Eigenschaften (Samen, ganze getrocknete Pflanzen, getrocknete Blätter):

  • Geschmack (Rasa): scharf, bitter, herb
  • Eigenschaft (Guna): leicht, trocken, scharf
  • Wirkkraft (Virya): wärmend, erhitzend
  • Geschmack nach der Verdauung (Vipaka): scharf
  • Wirkung auf die Doshas: besänftigt Vata und Kapha (ganze getrocknete Pflanze), reduziert alle drei Doshas (Samen und Blätter)
  • Mentale und spirituelle Wirkung: sehr sattvisch, Ojas vermehrend
  • Stoffwechselenergie: stimuliert Agni

 

Quelle:
Schrott/Ammon: Heilpflanzen der ayurvedischen und der westlichen Medizin, Springer Verlag, 2012

Ayurveda Journal Nr. 55, Artikel von Dr. Shubhangee Satam M.D. (Ayurveda)