Wasser und Erde – Diese beiden Elemente werden im Ayurveda dem Funktionsprinzip Kapha zugeordnet. Neben der luftigen, beweglichen Vata-Energie und der feurigen Pitta-Energie steht Kapha für Struktur und Stabilität. Ebenso ist Kapha dafür zuständig, dass der Flüssigkeitshaushalt im Gleichgewicht gehalten wird. Qualitäten von Kapha sind schwer, kalt, kühl, weich, ölig, feucht, süss, stabil, klebrig und schleimig. Der Sitz von Kapha ist der Kopf, der Nacken- und Brustraum, der Dünndarm, der Magen sowie die Gelenke.

 

Im Tagesablauf sorgt die Kapha-Energie dafür, dass wir abends zur Ruhe kommen, denn sie dauert von 18.00 – 22.00 Uhr. Analog dazu ist auch der Vormittag von 6.00 – 10.00 Uhr von Kapha geprägt. Dies lässt erahnen, weshalb der Ayurveda empfiehlt, vor 6.00 Uhr aufzustehen und spätestens um 22.00 Uhr schlafen zu gehen. Sich dem Fluss der Naturgesetze hinzugeben und sie geschickt auszunutzen, erleichtert manches.

 

Mitte Februar wechselt entsprechend der ayurvedischen Lehre die Jahreszeit von Vata zu Kapha. Die jahreszeitlichen Qualitäten nehmen andere Eigenschaften an, auf trockene  folgt oft feuchte Kälte, welche die Witterung im frühen Frühling prägt. Wir sind in der Kapha-Zeit angekommen.

 

Auch die verschiedenen Lebensalter des Menschen werden ayurvedisch nach Vata, Pitta und Kapha geordnet. Kapha prägt demzufolge die Kindheit und fördert stabiles Wachstum.

 

Der Kapha-Typ

Jeder Mensch ist ein einzigartiges Wunderwerk der Natur und weist von Geburt an ganz individuelle Merkmale auf. Ayurveda bezeichnet diesen persönlichen Grundtyp als Prakriti. Je nach Lebensumständen und weiteren Einflüssen, die auf den Grundtypus einwirken, können sich Merkmale verändern und der momentane Zustand weist kleinere oder grössere Ungleichgewichte auf, die harmonisiert werden wollen. Ayurveda bezeichnet dies als Vikriti. Die drei ayurvedischen Funktionsprinzipien (Doshas) Vata, Pitta und Kapha bilden alleine oder in Kombination miteinander die Basis für die persönliche Gestalt, die Vorlieben, Abneigungen und Fähigkeiten. Die Doshas geben auch Hinweise auf gesundheitliche Herausforderungen und Schwachstellen.

 

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Was verbindet Oliver Hardy, Bud Spencer, den Schwingerkönig Christian Stucki und den Lauberhorn-Abfahrts-Sieger Beat Feuz miteinander? Genau: Kapha. Das bedeutet Kraft, Stabilität und Ausdauer.

 

Wenn im Ayurveda Menschen anhand ihres Aussehens und ihrer charakterlichen Eigenschaften den drei Doshas zugeordnet werden, so ist jedoch immer zu bedenken, dass sich in jedem Menschen jeweils alle drei Funktionsprinzipien (Vata, Pitta und Kapha) in einzigartiger Weise kombinieren und verbinden. Selten kann von einem reinen Dosha-Typ gesprochen werden. Um die wichtigsten Eigenschaften von Kapha kennenzulernen und vereinfacht zu veranschaulichen, tun wir es trotzdem.

 

Kapha-Typen sind stämmige Erscheinungen. Sie verfügen über einen starken, schweren Körperbau mit kräftigen Gelenken, Händen und Füssen. Ecken und Kanten sucht man bei typischen Kapha-Menschen vergebens; ihre Züge und Körperformen sind rund und weich. Kräftiges, welliges, öliges Haar prägt das füllige Gesicht. Grosse, sanfte Augen sind von dichten Wimpern umrahmt und blicken ruhig in die Runde. Geben wir Menschen mit einem ausgeprägten Kapha-Dosha die Hand, so fällt uns die weiche, kühle, oft feuchte Haut auf. Kapha-Bewegungen sind langsam, bedächtig und – da Menschen mit dieser Konstitution keine Bewegungsnaturen sind – manchmal gar schwerfällig (Spitzensportler sind Ausnahmen; sie verfügen neben Kapha-Energie zusätzlich über ein gut entwickeltes Pitta-Feuer). Ebenso wie das körperliche Bewegungsmuster ist auch das Wesen von Kapha-Menschen bedächtig, besonnen, ruhig und sanftmütig. In ausgeglichenem Zustand sind sie liebevoll, treu, geduldig und grosszügig. Sie lieben Gemütlichkeit und Tradition, geniessen Geselligkeit, gutes Essen und schätzen materielle Werte. Ihrem Naturell entsprechend finden wir Kapha-Typen vielfach in Berufen, die sich mit Nahrungsmitteln befassen und in helfenden, pflegenden Tätigkeiten.

 

Der Ayurveda beschreibt einerseits die Eigenschaften der einzelnen Doshas in ausgeglichenem Zustand, andererseits, wie sich Störungen der Doshas zeigen.

 

Ist das Kapha-Dosha erhöht, so wird aus Ruhe und Besonnenheit zunehmend Antriebslosigkeit und Trägheit. Fehlende Bewegung und falsche Ernährung können zu Schwere, Übergewicht, Ödemen, hohen Blutfettwerten und Diabetes führen. Erkältungskrankheiten mit erhöhter Schleimbildung werden ebenfalls von zu viel Kapha verursacht. Im geistigen Bereich kann sich unausgeglichenes Kapha in Sturheit und Geiz zeigen. Auch Schwermut und Depressionen entstehen meist durch ein Zuviel an Kapha. Besonders im Frühling, wenn kühles, feuchtes Wetter vorherrscht, können sich diese Beschwerden noch verstärken. Neben Ausgleichsmassnahmen bezüglich Ernährung und Verhalten bewähren sich auch traditionelle, ayurvedische Nahrungsergänzungsmittel.

 

Kapha und Ernährung

Von Menschen mit einem hohen Kapha-Anteil wird behauptet, sie würden schon beim Anblick einer Schwarzwälder-Kirschtorte Gewicht zulegen. Kapha-Typen haben naturgemäss einen langsamen Stoffwechsel. Da ihr Appetit morgens eher schwach ist, sollte das Frühstück klein sein oder sogar ausfallen. Ihnen bekommt gut gewürztes, scharfes Essen, das ihr Verdauungsfeuer anfacht. Frischer Ingwer ist dabei sehr hilfreich. Neben dem scharfen Geschmack ist für Kapha-Menschen besonders die bittere und die herbe Geschmacksnote empfehlenswert. Süsses, saures und salziges Essen erhöht Kapha und wird daher besser reduziert. Allgemein sollte der Kapha-Typ eher kleine Portionen essen und dabei frisch gekochtem Gemüse den Vorzug geben.

 

Da das Kapha-Dosha aus ayurvedischer Sicht kalt ist, sollten tagsüber warme und heisse Getränke eingenommen werden.

 

Weitere Tipps, um Kapha zu harmonisieren

  • Bauen Sie regelmässige Bewegung ganz natürlich in ihren Tagesablauf ein (Treppen steigen, zu Fuss gehen, an der frischen Luft tätig sein).
  • Beobachten Sie, wie viel besser Sie sich fühlen, wenn Sie sich mehrmals pro Woche sportlich betätigen.
  • Fördern Sie Ihre geistige Beweglichkeit, indem Sie alte Denkmuster hinterfragen und wenn nötig anpassen.
  • Setzen Sie als Geniesser auf Qualität statt Quantität.
  • Freuen Sie sich, wenn Menschen Ihre Nähe suchen. Ihr sanftes, mitfühlendes Wesen und Ihre ruhige Ausstrahlung gut ihnen tut.