Vata ist eines der drei ayurvedischen Funktionsprinzipien, die als Doshas bezeichnet werden. Während das Kapha-Dosha mit den Elementen Erde und Wasser, das Pitta-Dosha mit Feuer und etwas Wasser gebildet werden, besteht das Vata-Dosha aus den Elementen Luft und Raum (Äther). Dies weist bereits auf die Beweglichkeit und eine gewisse Unstetigkeit eines Menschen mit dominierendem Vata-Dosha hin.

Dem Vata-Dosha werden nach ayurvedischem Verständnis folgende Qualitäten zugesprochen: kalt, leicht, trocken, beweglich, rau, subtil.

Vata wird im Ayurveda als Königin oder König der drei Doshas bezeichnet, da es dank seiner Bewegungsnatur sowohl Pitta als auch Kapha leicht beeinflussen und lenken kann. Das Feuer des Pitta-Doshas lodert intensiver, wenn Vata hineinbläst; im Wasser von Kapha entstehen erst durch den Vata-Wind lebhafte Wellen.

Im Körper ist Vata für alle Bewegungsabläufe, innerlich und äusserlich, zuständig. Ayurveda definiert den natürlichen Hauptsitz von Vata im Dickdarm, der Harnblase und den Nieren.

Wenn nach einem sonnigen, heissen Sommer, in dem das Pitta-Dosha vorherrschend war, die Temperaturen zurückgehen und kühle Winde ins Land ziehen, so stehen wir zunehmend unter dem Einfluss von Vata. Die kalte und trockene Vata-Zeit dauert grundsätzlich vom Spätherbst bis zum Ende des Winters.

Im Tageslauf beeinflusst uns das Vata-Dosha von 2.00 bis 6.00 in der Nacht und von 14.00 bis 18.00 Uhr am Tag. Zudem bezeichnet der Ayurveda das Alter als Lebensphase, in der wir unter dem Einfluss von zunehmendem Vata stehen.

Der Vata-Typ

Da jeder Mensch einzigartig und unverwechselbar ist, zeigen sich die Elemente Raum, Luft, Feuer, Wasser und Erde ganz unterschiedlich in seiner ganz persönlichen Gestalt, seinen Präferenzen und Abneigungen, seinen Fähigkeiten und Talenten und seinen gesundheitlichen Herausforderungen. Doch das umfassende Wissen des Ayurveda hat Eigenschaften erkannt, die jeden Menschen einem oder mehreren Doshas zuordnen lassen. So unterscheidet sich der Vata-Typ deutlich vom Pitta- und vom Kapha-Typ. Verbreiteter sind Mischtypen wie beispielsweise der Vata-Pitta-, der Vata-Kapha- oder der Pitta-Kapha- Typ. Wenn alle drei Doshas zu gleichen Anteilen zu finden sind, spricht der Ayurveda vom Tri-Dosha-Typ oder vom Sama-Dosha-Typ.

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Zu einem Menschen mit dominierender Vata-Konstitution haben Sie schnell Kontakt. Seine Offenheit, seine Freude an sprudelnder Kommunikation und sein Enthusiasmus wird Sie unmittelbar in seinen Bann ziehen. Begeistert von irgendwas oder irgendwem ist ein Mensch mit dominantem Vata Dosha ohnehin fast immer. Vata-Typen sind hellwach, beweglich im Geist und nehmen neue Ideen rasch auf. Mit ihrer Spontaneität, ihrem Ideenreichtum, ihrer unbändigen Kreativität «mischen» sie manche Gesprächsrunde und manches Arbeitsteam auf.

Die geistige Beweglichkeit zeigt sich auch im Erscheinungsbild eines Menschen, der die Elemente Luft und Raum vermehrt in sich trägt. Ein Vata-Typ ist feingliedrig gebaut, hat ein schmal geschnittenes Gesicht, schmale Gelenke, insgesamt einen leichten Körperbau. Seine Haare wachsen oft kraus und sind eher trocken. Auch sein Nervenkostüm ist zart und sein Wesen sensibel, empfindsam und langfristig wenig belastbar. Vata-Menschen passen sich neuen Situationen leicht an und sind immer in Bewegung. Sie lieben die Abwechslung, sprechen meist schnell und viel und geniessen den regen Austausch mit ihren Mitmenschen.

Besonders bei Menschen mit einer ausgeprägten Vata-Konstitution sind Stärken und Schwächen nahe beieinander, da die Elemente Raum und Luft beweglich und instabil sind.

Kälte und Trockenheit machen Vata-Typen zu schaffen, sie frieren rasch, mögen keinen Wind und leiden oft unter trockener, rauer Haut, Ekzemen, trockenen Schleimhäuten oder einem trockenen Darm, was sich in Verstopfung äussern kann.

Zu viel geistige Anregung, Reisen und andere überwältigende Eindrücke können bei Menschen mit hohem Vata-Anteil zu Unruhe, kreisenden Gedanken, pausenlosem Sprechen,  einem leichten Schlaf oder gar Schlaflosigkeit führen. Auch unregelmässige Essenszeiten sowie kalte, rohe und leichte Nahrungsmittel verstärken Vata-Symptome.

Der Vata-Typ und Ernährung

Da das Vata-Dosha durch die Qualitäten kalt, leicht, trocken, beweglich, rau und subtil charakterisiert ist, verlangen Massnahmen, die ein erhöhtes Vata harmonisieren sollen, solche Eigenschaften, die den oben genannten entgegengesetzt sind. So sind für einen Vata-Typen – und tendenziell für alle Menschen während der Vata-Zeit im Herbst und im Winter – Nahrungsmittel zu bevorzugen, die warm, reichhaltig, feucht und nahrhaft sind. Da Menschen mit dominantem Vata-Dosha oft nur unregelmässigen Appetit haben und während einer kreativen Phase das Essen gerne vergessen, ist es hilfreich, eine regelmässige Tagesroutine anzustreben, um dem flüchtigen Luftelement einigermassen Einhalt zu gebieten.

Der Ayurveda empfiehlt Vata-Menschen Basmatireis und Dinkel sowie Produkte, die aus diesen beiden Getreiden hergestellt sind. Andere Getreidesorten und Pseudogetreide wie Mais, Hirse, Buchweizen oder Quinoa haben eine sehr trockene Qualität und sind daher nur bedingt geeignet.

Gemüse sollte leicht verdaulich und nicht blähend sein. Für Vata-Menschen sind u.a. Süsskartoffeln, Karotten, Randen, Fenchel, grüne Bohnen, Zucchini zu empfehlen. Gut gewürzt sind die Gerichte noch bekömmlicher und entsprechen dem sensiblen Verdauungssystem des Vata-Doshas. Früchte sollten reif und süss sein, gedünstet sind sie besonders leicht verdaulich. Trockenfrüchte sollten vor dem Konsum eingeweicht werden.

Weitere Tipps, um Vata zu beruhigen

  • Achten Sie auf ein Mindestmass an Routine, die Ihnen Erdung und Stabilität verleiht.
  • Ziehen Sie sich genügend warm an, schützen Sie Kopf, Hals, Hände und Füsse.
  • Bevorzugen Sie frisch gekochtes, öliges, nahrhaftes Essen und ausreichend warme Getränke.
  • Gönnen Sie sich ausreichend Ruhe und Entspannung wie Meditation und Yoga.
  • Geniessen Sie Kontakte und Austausch; respektieren Sie jedoch Ihre natürlichen Grenzen.