Cinnamomum zeylanicum Nees oder Cinnamomum verum (Latein)
Zimt, Ceylonzimtbaum (Deutsch)
tvak, cocam, darusita (Sanskrit), dalcini (Hindi)

 

Wer das feine braune Pulver heute auf seinen süssen Milchreis streut, denkt wohl kaum daran, dass das Verlangen nach Zimt um 1550 n.Chr. die portugiesischen Seefahrer zu neuen Abenteuern in See stechen liess. Der gewinnbringende Handel mit Zimt und anderen kostbaren Gewürzen lag damals in den Händen arabischer Kaufleute. Daher suchte der portugiesische König nach einer neuen Route, um selber von diesem lukrativen Geschäft profitieren zu können.

 

Zimt mit seinen herausragenden Wirkungen und vielfältigen Anwendungen war schon zwischen 3000 und 2000 v.Chr. in Indien und China bekannt. In zahlreichen Schriften wird Zimt als Medizin, Aphrodisiakum, Räucherwerk, Salböl und später auch als Gewürz beschrieben.

Auch im antiken Griechenland und im römischen Reich wusste man um den hohen Wert von Cinnamomum zeylanicum. In Europa fand die duftende Baumrinde im Mittelalter als Heilmittel Verwendung und galt auch in den folgenden Jahrhunderten als besonders kostspielig.

Verdeutlicht wird der damalige Wert von Zimt durch verschiedene Machtdemonstrationen wohlhabender und einflussreicher Zeitgenossen, bei denen dieses kostbare Holz als Provokation öffentlich verbrannt wurde.

 

Der Zimtbaum ist in Sri Lanka heimisch (daher der Name Ceylon Zimt). Er wird zudem in Südindien, im tropischen Asien, auf den Seychellen und den Westindischen Inseln und in der Karibik angebaut.

Er ist immergrün, hat eine dünne, hellbraune Rinde und eine Höhe von ca. 10 Metern. Zur leichteren Bewirtschaftung wird der Baum in Kulturen jedoch oft zurückgeschnitten. Die grossen, länglichen Blätter des Zimtbaumes sind anfänglich leuchtend rot und verfärben sich später zu dunkelgrün. Die Blüten sind von unauffällig weisslich-grüner bis gelber Farbe, woraus sich ovale, purpurfarbene Früchte entwickeln.

 

Die begehrte Rinde des Zimtbaumes wird im Frühsommer und im Spätherbst geerntet. Dazu wird die innere Rinde junger Sprossen abgeschält, zu Stangen gerollt und getrocknet. Neben Zimtstangen und gemahlenem Zimt ist auch ätherisches Zimtöl im Handel erhältlich.

 

Der scharfe und süsse Geschmack, die erhitzende Wirkung und der scharfe Geschmack nach der Verdauung sind aus ayurvedischer Sicht sehr stark Vata beruhigend, regen gleichzeitig den Stoffwechsel an und sind dadurch Kapha abbauend. Pitta hingegen wird durch den Konsum von Zimt erhöht.

Ayurvedisch eingesetzt wird Zimt u.a. bei Störungen, bei denen die beiden «kühlen» Vata und Kapha Doshas betroffen sind. Zimt verbessert auch das Verdauungsfeuer Agni und ist daher ein wichtiger Bestandteil zahlreicher traditioneller Kräuterpräparate und Gewürztees.

 

Ayurvedische Eigenschaften (bezogen auf die getrocknete Rinde):

  • Geschmack (Rasa): scharf, bitter, süss
  • Eigenschaft (Guna): leicht, trocken, scharf (spitz)
  • Wirkkraft (Virya): erhitzend
  • Geschmack nach der Verdauung (Vipaka): scharf
  • Wirkung auf die Doshas: Vata beruhigend, Kapha reduzierend, Pitta vermehrend
  • Stoffwechselenergie: stärkt Agni
  • Mentale und spirituelle Wirkung: vermehrt Sattva und Ojas (feinste Lebensenergie)

 

 

Quellen:

Schrott/Ammon: Heilpflanzen der ayurvedischen und der westlichen Medizin, Springer Verlag, 2012