Für viele bedeutet Yoga eine überlieferte Form von Körperpositionen, die man wegen des gesundheitlichen Wertes ausübt. Die positiven Wirkungen des Yoga reichen jedoch weit über den körperlichen Aspekt hinaus, denn ursprünglich ist Yoga die Vorbereitung des Körpers für die geistigen Erfahrungen während der Meditation. Der eigentlich aus acht Gliedern bestehende Pfad des Yoga (ashtanga = acht) weist den Weg zum höchsten Zustand des Lebens, der Erleuchtung.

 

Die traditionellen Yoga-Formen wie Raja Yoga, Karma Yoga, Gyan Yoga, Bhakti Yoga und Ashtanga Yoga zeigen verschiedene Möglichkeiten auf, um die Ziele des menschlichen Lebens zu erreichen: Dharma (Leben im Einklang mit den Naturgesetzen), Artha (materielles Streben, Erfolg), Kama (Leidenschaft, Wunscherfüllung, Wohlstand) und Moksha (Befreiung, Erlösung). Die Yoga Übungen, z. B. Hatha Yoga, stellen nur einen Teil des vollständigen Systems dar.

 

Yoga und Ayurveda stammen aus der gleichen Quelle, der traditionellen vedischen Gesundheitslehre, denn um seine Pläne im Leben verwirklichen zu können, ist ausser Vorstellungskraft und Kreativität auch eine stabile Gesundheit notwendig. Charaka betont in seinen ayurvedischen Schriften die Wichtigkeit der Yoga Praxis.

 

Sie kann mit verschiedenen geistigen Techniken (z. B. Transzendentale Meditation), Atem- und Körperübungen wesentlich dazu beitragen, die Geisteshaltung eines Menschen, die ja nicht festgelegt ist, zum Positiven hin zu verändern.

 

Das Ziel von Yoga ist:

  • den Geist zu stärken und ihn mit Atma, dem Selbst, zu verbinden
  • eine gute Vorbereitung für die Meditation zu bewirken
  • den Körper zu verjüngen
  • den Körper von Stress zu befreien
  • die drei Doshas auszugleichen
  • den Körper von Schlacken zu reinigen
  • Emotionen zu besänftigen und Frieden im Herzen zu schaffen
  • erfolgreiches Handeln zu fördern

 

Yoga möchte die Klärung der «Nadis» (Energiekanäle) durch verschiedene Körperübungen bewirken. Das gleiche möchte der Ayurveda durch die Reinigung der Shrotas (Körperkanäle) erreichen. Schwerpunkt des Ayurveda ist die Balance des Körpers, der Schwerpunkt von Yoga Gleichgewicht in Geist und Emotionen zu schaffen.

 

Yoga und Ayurveda gehen Hand in Hand und daher ist es von Vorteil, die ayurvedischen Prinzipien bei der Ausübung von Yoga ebenfalls zu berücksichtigen.

 

So wie für die einzelnen Konstitutionstypen verschiedene Richtlinien der Ernährung und Lebensführung empfohlen werden, gelten ebenso bei der Ausübung von Yoga Übungen bestimmte Regeln. Wichtig dabei ist, sich nicht unter Druck zu setzen, sondern sich eine Routine aufzubauen, die dem jeweiligen Alter entspricht und die man anstrengungslos durchführen kann.