Von Mitte Februar bis Ende Mai dominiert in der Natur wie auch beim Menschen das Kapha-Element. Kapha bezeichnet das strukturgebende Prinzip im Körper und steht für die Elemente Wasser und Erde sowie die Qualitäten schwer und kalt. Der Stoffwechsel arbeitet im Frühjahr langsam und begünstigt dadurch die Bildung von Schlacken im Körper. Es empfiehlt sich, weniger zu essen – leichter, weniger Fett und weniger Milchprodukte, denn sie vermehren Kapha – und sich mehr zu bewegen. (joggen, Radfahren)
Laut Ayurveda verflüssigt die Wärme der ersten Sonnenstrahlen im Frühling das angesammelte Kapha. Es verteilt sich im Körper, stört Agni (das Verdauungsfeuer) und kann zu verschiedenen Krankheiten führen, insbesondere zu Erkältungen und anderen 
Beschwerden der Atemwege. Auch die Frühjahrsmüdigkeit ist nichts anderes als ein Zuviel an Kapha.

Deshalb ist es wichtig, am Ende der Winterzeit Kapha reduzierende Schritte einzuleiten.
Am Morgen ist zur Kapha-Reduktion eine Trockenmassage mit einem Seidenhandschuh empfehlenswert (Garshanhandschuhe grob oder fein). Auch eine Ganzkörpermassage mit Kapha Massageöl vor dem Bad oder der Dusche hat eine günstige Wirkung auf das Kapha Element.

Das Frühstück sollte leicht sein, aber nicht weggelassen werden. Gedünstetes Obst z.B. Äpfel und eine Scheibe Knäckebrot geben Energie und sind leicht verdaulich. Als Getränk eignet sich besonders Kapha Tee mit Zitrone und Honig. (Den Honig erst einrühren, wenn der Tee trinkfertig ist, da man Honig nicht zu stark erhitzen sollte.) Es eignen sich auch frische Obstsäfte aus süssen, reifen Früchten.
Über den Tag verteilt (ca. jede Stunde) stärkt heisses Ingwer-Wasser die Verdauungskraft und hilft dem Körper, die Nahrung besser zu verwerten. Ein Fastentag ab und zu wirkt ebenfalls Kapha reduzierend und entlastet die Verdauung.

Das Mittagessen sollte frisch zubereitet werden, warm und gut gewürzt, bestehend aus Gemüse und Hirse, Gerste oder Mais. Alle anderen Körnerbeilagen erhöhen das Kapha, besonders Weizen. Würzen Sie mit Kapha Gewürzmischung und grosszügig mit Ingwer.
Trinken Sie ein Glas Lassi zum Mittagessen. Dieses Joghurtgetränk unterstützt die Darmflora und verbessert die Verdauung. Dazu nimmt man die gewünschte Menge frischen Bio-Joghurt und verdünnt ihn mit Wasser auf die zwei- bis sechsfache Menge. Anschliessend die Mischung so lange mixen, bis alle Klümpchen verschwunden sind. Je nach Geschmack kann das Lassi mit Rosenwasser, Ahornsirup, Honig, Sharkara oder auch mit Ingwer, Kardamom, Kreuzkümmel und Salz gewürzt werden.

Zum Abendessen eignen sich am besten leichte Gemüsesuppen mit einer Scheibe Vollkorn- oder Knäckebrot. Verzichten Sie auf Süsses und Käse.

In der Übergangszeit zur warmen Jahreszeit sind Entschlackungskuren wie Panchakarma sehr wirksam, um überschüssiges Kapha auszuleiten. Angesammeltes Ama wird durch die sanften Anwendungen aus dem Organismus geschleust, und man ist fit für den Frühling. Pancha = fünf, Karma = Handlung oder Behandlung – bedeutet die Reinigung des Körpers auf fünf verschiedene Arten. Durch diese Behandlungen wird das Gleichgewicht der Doshas wieder hergestellt und Körper und Seele in Einklang gebracht. Entsprechende Ernährung, leichte Yoga-Übungen, Ruhe und Meditation unterstützen den Prozess. Man fühlt sich danach leichter, lebensfroher, feinfühliger und gesünder. Besonders bewährt haben sich die Panchakarma-Behandlungen bei chronischen Krankheiten wie Rheuma, Asthma, Allergien, Bluthochdruck, Kopfschmerzen und Verdauungsstörungen.