Tamarindus indica (Latein)
Tamarinde, Sauerdattel, indische Dattel (Deutsch)
Amlika, Chinch (Sanskrit)

Eine Dattel schmeckt wunderbar süss – und wie steht es mit der Sauerdattel? Die beiden haben ausser des Namens «Dattel» gar keine Gemeinsamkeiten. Die Tamarinde ist also weder eine Dattel noch eine Rinde; sie gehört zur Familie der Leguminosen (Hülsenfrüchtler). Zudem stammt die indische Dattel ursprünglich aus dem tropischen Afrika, wird heute jedoch in ganz Indien und u.a. in den arabischen Ländern kultiviert. Nachgewiesen ist, dass die Tamarinde schon rund 3000 Jahre v. Chr. in Indien existierte. Anders als einjährige Bohnen und Linsen ist der Tamarindus indica ein bis zu 25 m hoher Baum mit immergrünen, weichen Fiederblättern. Die orangegelben Blüten hängen in Trauben und entwickeln sich zu graubraunen Hülsenfrüchten, die bis zu 12 runde Samen in einem breiartigen Fruchtmark bergen. Frische Tamarindenschoten sind in Lebensmittelläden erhältlich, oft etwas versteckt zwischen Ingwer und exotischen Früchten. Einfacher ist die Verwendung von fertiger Tamarindenpaste aus dem Glas.

Traditionell werden Früchte, Fruchtmark, Samen, Blätter, Blüten und auch die Rinde verwendet. Seit dem 15. Jahrhundert sind Tamarinden in europäischen Apotheken zu finden. Paracelsus beispielsweise empfahl sie als Laxans (Abführmittel). Auch in der Volksmedizin wird Tamarindenmus dafür eingesetzt. Das Fruchtmark enthält 12-15 % Fruchtsäuren, wovon der Hauptbestandteil  Weinsäuren sind, sowie Zitronensäure und Apfelsäure.

Der stark saure Geschmack der Tamarinde ist beliebt in der indischen Küche und wird z.B. in Chutneys wie Zitronensaft verwendet.

Ayurvedische Eigenschaften (für Fruchtmark der reifen Frucht ohne Samen):

  • Geschmack (Rasa): sauer, süss, herb
  • Eigenschaft (Guna): schwer, trocken, fliessend/verteilend
  • Wirkkraft (Virya): erhitzend
  • Geschmack nach der Verdauung (Vipaka): sauer
  • Wirkung auf die Doshas: gleicht alle drei Doshas (Vata, Pitta und Kapha) aus, aber übermässiger Verzehr verursacht Übersäuerung und erhöht daher Pitta
  • Stoffwechselenergie: stärkt Agni

 

Quelle:
Schrott/Ammon: Heilpflanzen der ayurvedischen und der westlichen Medizin, Springer Verlag, 2012