Glycyrrhiza glabra (Latein)
Süssholzwurzel (Deutsch)
Yashtimadhu «Stockhonig» (Sanskrit)

 

Wer erinnert sich nicht an die harten braunen Stängel, die sich - intensiv mit den Zähnen bearbeitet - nach längerem Kauen zu fasrigen Pinseln entwickelten und den begehrten süssen Saft aus unseren Mundwinkeln triefen liessen? Oder mögen Sie Lakritz? Heute wissen wir, dass die Süssholzwurzel nicht nur eine kleine Freude in unserer Kindheit war, sondern auch im Ayurveda ein wichtiger Bestandteil vieler traditioneller Rezepturen mit weitreichenden Indikationen ist.

 

Die bis zu 2 Meter hohe Staude bildet eine Pfahlwurzel und später ein verholzendes Rhizom mit Nebenwurzeln. Diese Wurzeln werden im Spätherbst und Winter geerntet. An aufrecht wachsenden Blütenständen erscheinen ährenähnliche bläulich-hellviolette Schmetterlingsblüten.

 

Verwendet werden im Ayurveda das Rhizom als Wurzelsaft, die Wurzeln als Stängel, geschnitten, geraspelt oder als Pulver.

 

Süssholz, Glycyrrhiza glabra, wird weltweit kultiviert (u.a. in Indien, in Zentralasien und der Mittelmeerregion).

 

Ayurvedische Eigenschaften

  • Geschmack (Rasa): süss
  • Eigenschaft (Guna): schwer, ölig
  • Wirkkraft (Virya): kühlend
  • Geschmack nach der Verdaung (Vipaka): süss
  • mentale und spirituelle Wirkung (Sattva, Rajas, Tamas): sehr sattvisch
  • vermehrt Ojas (feinste Lebensenergie)
  • Wirkung auf die Doshas: verringert Vata und Pitta
  • unerwünschte Wirkungen: Menschen mit Bluthochdruck sollten Süssholz meiden.Süssholz nicht in hohen Dosen und über längere Zeit einnehmen.

 

Quellen:

Schrott/Ammon: Heilpflanzen der ayurvedischen und der westlichen Medizin, Springer Verlag, 1997

Zoller/Nordwig: Heilpflanzen der ayurvedischen Medizin, Narayana Verlag, 2012