Illicium verum Hook. f. (Latein)
Echter Sternanis (Deutsch)
Takkolakam (Sanskrit)
Anasphal, Malayalam (Hindi)

 

Der Duft dieser dekorativen, sternförmigen, braunen Früchte erinnert uns unmittelbar an würzige Lebkuchen und süsses Magenbrot. Sie gehören ebenso zur weihnachtlichen Gewürzpalette wie Anis, Zimt, Kardamom, Nelken, Ingwer und Vanille. Sternanisöl wird zudem gern zur Aromatisierung von alkoholischen Getränken, in Süsswaren und in Zahnpasten verwendet. Oft als Ersatz für das teure, echte Anisöl, dessen Geschmack ähnlich ist.

 

Doch Sternanis stammt aus einem ganz anderen Kulturkreis. Er ist in Südchina und Vietnam heimisch, wurde nach Indien eingeführt und tauchte im 17. Jahrhundert als Bestandteil von alten Rezepten erstmals auch im Westen auf.

 

Illicium verum ist ein kleiner, immergrüner Baum der Magnolienfamilie. Er ist frostempfindlich, trägt dunkelgrüne, ledrige Blätter und von Frühling bis Sommer weisse bis rötlich-weisse Blüten mit acht Staubblättern. Daraus entwickeln sich die typischen, meist achtzackigen Sterne mit den darin enthaltenen glänzenden Samen. Der Sternanisbaum kann bis zu hundert Jahre lang fruchtbar bleiben. Als Gewürz wird Sternanis ganz oder gemahlen verwendet.

 

Auch der Ayurveda schätzt dieses aromatische Gewürz. Dem süssen Geschmack der Pflanze werden traditionell kühlende, befeuchtende und gewebeaufbauende Eigenschaften zugeschrieben. Sie sind allgemein beruhigend und bauen Ojas auf. Süss wird mit den Elementen Wasser und Erde assoziiert.

 

Die heisse Eigenschaft und die erhitzende Wirkkraft von Sternanis lassen überschüssiges Kapha reduzieren. Sowohl im Ayurveda als auch in der traditionell westlichen Medizin wird diese Pflanze mit Störungen des Magen-Darm-Traktes und der Atemwege in Verbindung gebracht.

Die Stärkung des Verdauungsfeuers Agni als Grundlage einer stabilen Gesundheit ist eine weitere wichtige Eigenschaft von Sternanis.

 

Ayurvedische Eigenschaften (bezogen auf die getrockneten reifen Früchte):

  • Geschmack (Rasa): süss
  • Eigenschaft (Guna): heiss
  • Wirkkraft (Virya): erhitzend
  • Geschmack nach der Verdauung (Vipaka): süss
  • Wirkung auf die Doshas: reduziert Kapha
  • Stoffwechselenergie: stärkt Agni

 

 

Quelle:

Schrott/Ammon: Heilpflanzen der ayurvedischen und der westlichen Medizin, Springer Verlag, 2012