Sesamum indicum L. (Latein)
Sesam (Deutsch)
Tila (Sanskrit)

Persien. Tausendundeine Nacht. Ali Baba erblickte in der Ferne eine gewaltige Staubwolke, die immer näher kam. Um sich zu retten, kletterte er auf einen Baum und beobachtete, wie eine vierzigköpfige Gruppe Reiter mit ihren prächtigen Pferden unter den Bäumen Halt machte. Sie luden ihre schweren Reisetaschen ab, in denen Ali Baba Gold und Silber vermutete. Der stattlichste der Räuber schritt auf eine senkrechte Felswand zu und sprach die Worte «Sesam, öffne dich!», worauf sich im Felsen eine Türe auftat und der Räuberhauptmann mit seinen Getreuen darin verschwand. Danach schloss sich die Türe wieder wie von selbst.

Die Sesampflanze ist einjährig und krautig und erreicht eine Höhe von knapp zwei Metern. Ihre Blätter sind lanzettlich-oval, die Blüten variieren von weiss, rosa, rosa meliert bis zu lila. In kleinen Kapseln reifen die gräulichen Samen heran.

Heute wird Sesamum indicum weltweit im Tropengürtel und in subtropischen Gegenden kultiviert, seine ursprüngliche Heimat wird in Indien und Südasien vermutet. Sesam ist eine der ältesten Ölpflanzen der Welt. Das aus den Samen gepresste Öl hat im Ayurveda eine besondere Bedeutung. Auf ihm basieren die meisten traditionellen Rezepturen für Massageöle. Da Sesamöl erhitzende Eigenschaften aufweist, regt es den Stoffwechsel an und erhöht Pitta, seine schweren und öligen Qualitäten beruhigen das Vata Dosha. Kapha hingegen wird durch die Süsse, Schwere und Öligkeit vermehrt.

Ayurvedische Eigenschaften (für die getrockneten Samen):

  • Geschmack (Rasa): süss, bitter, herb, scharf
  • Eigenschaft (Guna): schwer, ölig, fein, durchdringend
  • Wirkkraft (Virya): erhitzend
  • Geschmack nach der Verdauung (Vipaka): süss
  • Wirkung auf die Doshas: beruhigt Vata, erhöht Pitta, vermehrt Kapha
  • Stoffwechselenergie: stärkt Agni

Quellen:
Schrott/Ammon, Heilpflanzen der ayurvedischen und der westlichen Medizin, Springer Verlag