Brassica juncea (Latein)
Brauner Senf, Indischer Senf  (Deutsch)
Sarshapa (Sanskrit)

 

Eine Tube würzigen Senf haben wohl die meisten Leute im Kühlschrank vorrätig. Aus ayurvedischer Sicht ist diese beliebte Paste allerdings nicht sehr empfehlenswert, da sie eine hohe Dichte aufweist und dadurch bei regelmässigem Konsum feine Körperkanäle (Shrotas) blockieren kann. Wer seinen Gerichten jedoch gerne eine pikante Note verleihen möchte, greift zu Senfsaat (Senfkörner, Senfsamen), den kleinen braunen Körnchen, die es in sich haben. Damit sich ihr scharfes Aroma für Nase und Gaumen besonders fein entwickeln kann, sollen die Senfkörner in Ghee geröstet werden, bis sie zu springen beginnen. Erst dann wird Gemüse, Reis oder Dal beigefügt. Die Verbindung von Fett mit den Inhaltsstoffen des Senfs intensivieren dabei die Wirkung des Gewürzes.

Senfsaat gilt als Agni stärkend und hilft mit, die Shrotas (Körperkanäle) zu reinigen (ayurvedisch lekhana = auskratzend).

Die Hitze und Schärfe der Senfkörner beruhigt kaltes und luftiges Vata und baut schweres, träges Kapha ab. Dadurch kann Senf auch mithelfen, das persönliche Idealgewicht zu erreichen. Pitta Typen hingegen bekommt Schärfe weniger gut, deshalb Senfsaat nur massvoll geniessen.

Während Jahrhunderten standen hierzulande für den scharfen Geschmack hauptsächlich Senf und Meerrettich zur Verfügung. Erst später kamen Chili und der begehrte Pfeffer aus fernen Landen dazu.

Schon seit dem Mittelalter wird Senfsaat auch äusserlich, als durchblutungsfördernde und entzündungshemmende Breiauflagen und Wickel, eingesetzt. Da diese Methode sehr wirkungsvoll ist und ein brennendes Gefühl auf der Haut hervorrufen kann, darf sie bei Kindern, Schwangeren und empfindlichen Personen nicht angewendet werden.

Senf gehört, wie beispielsweise Raps, Rettich und alle Kohlarten, zu den Kreuzblütlern. Er ist einjährig, wächst zwischen 30 und 100 cm hoch und blüht gelb. Die winzigen Samen reifen in kleinen Schoten heran. Neben braunen Senfkörnern, die ursprünglich aus Asien stammen, kennt man hauptsächlich gelbe und seltener schwarze Sorten. Der bekannte, grob gemahlene Dijon-Senf wird aus braunen Körnern hergestellt.

In der indischen und ayurvedischen Küche finden sich braune Senfkörner gerne als aromatische Zutat in Currys und in Chutneys.

 

Ayurvedische Eigenschaften (bezogen auf die Samen):

  • Geschmack (Rasa): scharf
  • Eigenschaft (Guna): leicht, penetrierend
  • Wirkkraft (Virya): heiss
  • Geschmack nach der Verdauung (Vipaka):scharf
  • Stoffwechselenergie: stärkt Agni, reduziert Ama
  • Wirkung auf die Doshas: beruhigt Vata und Kapha, verstärkt Pitta

 

 

Quellen:

Schrott/Ammon: Heilpflanzen der ayurvedischen und der westlichen Medizin, Springer Verlag, 1997

Zoller/Nordwig: Heilpflanzen der ayurvedischen Medizin, Narayana Verlag, 2012