Piper longum (Latein)
Langkornpfeffer, langer Pfeffer (Deutsch)
Pippali (Sanskrit)

Noch vor dem heute viel bekannteren schwarzen Pfeffer erreichte Pippali – der lange Pfeffer – von Indien herkommend das Mittelmeergebiet und Europa. Seine Heimat liegt in Südindien, wo er in heissen Gegenden wild vorkommt. Die schlanke Kletterpflanze mit ihren mehrjährigen, hölzernen Wurzeln erklimmt mühelos grosse Höhen. Die für seinen deutschen Namen «langer Pfeffer» verantwortlichen Früchte sind 5mm dick und 2,5 bis 3,5 cm lang und von schwarz-grüner Farbe. Noch frisch schmecken die Früchte süss und haben eine kühlende Wirkung. Getrocknet ist ihr Geschmack schärfer und sie wirken dadurch mild erwärmend. Neben den Pippali-Früchten wird im traditionellen Ayurveda auch die Wurzel (Pippali Mula) verwendet. Wie keine andere Pflanze vermag der lange Pfeffer Agni,das ayurvedische Verdauungsfeuer, anzuregen und auch die feinsten Körperkanäle (Shrotas) zu reinigen. Darüber hinaus bezeichnet der authentische Ayurveda Pippali als eines der wirkungsvollsten Rasayanas (Stärkungs- und Verjüngunsmittel) und ist daher Bestandteil zahlreicher Rezepturen. Im Gegensatz zum schwarzen Pfeffer, der Pitta verstärkt, ist Pippali sanfter und daher für alle drei Doshas empfehlenswert. In der Küche passt Pippali perfekt zu Currys und Chutneys, kann aber anstelle des schwarzen Pfeffers auch zum Würzen von Gemüse-, Reis- und Dalgerichten eingesetzt werden.

Ayurvedische Eigenschaften:

  • Geschmack (Rasa): scharf, bitter, süss
  • Eigenschaft (Guna): ölig, leicht
  • Wirkkraft (Virya): weder erhitzend noch kühlend
  • Geschmack nach der Verdauung (Vipaka): süss
  • Wirkung auf die Doshas: Verringert alle drei Doshas
  • Mentale und spirituelle Wirkung: Vermehrt Sattva
  • Sonstiges: Vermehrt Ojas (feinste Lebensenergie)

 

Quelle:
Schrott/Ammon: Heilpflanzen der ayurvedischen und der westlichen Medizin, Springer Verlag, 2012