Vitis vinifera L. (Latein)
Echte Weinrebe (Deutsch)
Draksha, Mridvika (Sanskrit), Drakh (Hindi)

 

Die Weinrebe gehört zu den ältesten Kulturpflanzen der Menschheit. Bereits die vedischen Hochkulturen, die Mesopotamier, Ägypter, Griechen und Römer haben die Kunst der Traubenkultivierung und Weinherstellung beherrscht. Bis heute gehört der Anbau von Draksha in Indien, Kalifornien, im Mittelmeerraum, vielen Ländern Europas sowie Südwestasiens zum einheimischen Kulturgut.

 

Vitis vinfera ist eine Kletterpflanze mit verholztem Stamm und rasch wachsenden Ranken. Aus den unscheinbaren, grünlichen Blüten, die zwischen den Blättern erscheinen, reifen blaue oder hellgrüne, saftige, süsse Früchte.

 

Im Ayurveda wird die Weintraube als «Phalottama» bezeichnet, als die «beste und heilsamste aller Früchte». Schon in alten ayurvedischen Texten wird Draksha als kühlendes Tonikum bei verschiedensten Gesundheitsproblemen beschrieben.

 

Insbesondere soll die Weintraube Sadhaka-Pitta, Pachaka-Pitta und Ranjaka-Pitta (Subdoshas von Pitta) kühlen und besänftigen.

 

Die süssen, getrockneten Früchte sind im Handel unter verschiedenen Bezeichnungen (Weinbeeren, Rosinen, Sultaninen etc.) erhältlich und als stärkende Zwischenmahlzeit im legendären «Studentenfutter», sowie als Bestandteil von Gebäcken und Kochrezepten rund um den Globus zu finden. Der Ayurveda empfiehlt besonders Rosinenwasser. Dazu werden ungeschwefelte Rosinen über Nacht in einem Glas Wasser eingelegt, das anschliessend als bekömmlicher Morgentrunk genossen wird. Die weichen, feuchten Früchte dienen ebenfalls dem Ausgleich des Vata Doshas.

 

Neben Weintrauben in getrockneter Form findet sich im Ayurveda auch das alkoholische Kräuterelixier «Draksha Arishta», wofür Traubensaft mit Kräutern und Gewürzen nach einem traditionellen Rezept vergärt werden.

Ayurvedische Eigenschaften (bezogen auf die getrockneten, reifen Früchte):

  • Geschmack (Rasa): süss, herb
  • Eigenschaft (Guna): schwer, fliessend/verteilend, ölig, weich
  • Wirkkraft (Virya): kühlend
  • Geschmack nach der Verdauung (Vipaka): süss
  • Wirkung auf die Doshas: Verringert Vata und Pitta
  • Mentale und spirituelle Wirkung: vermehrt Sattva
  • Vermehrt Ojas (feinste Lebensenergie)

 

Quellen:

Schrott und Ammon: Heilpflanzen der ayurvedischen und westlichen Medizin, Springer Verlag, 2012

Zoller/Nordwig: Heilpflanzen der ayurvedischen Medizin, Narayana Verlag, 1997