… sollten wir möglichst sorgsam umgehen! Heute reagieren immer mehr Menschen empfindlich oder gar allergisch auf konventionelle Pflegeprodukte.

Das Entziffern der Inhaltsstoffe von Cremes, Lotionen oder Shampoos erfordert nicht selten den Griff zu einem Lexikon der Chemie. Zusatzstoffe wie Parabene, Silikon, Mineralöle und Konservierungs-, Duft- und Farbstoffe sind synthetisch hergestellt und widersprechen daher einer natürlichen Hautpflege im Sinne des Ayurveda.

 

Ayurvedische Kosmetik verfolgt drei Ziele:

  • Die Pflege von Haut und Körper für ein schönes Äusseres und eine attraktive Erscheinung.
  • Die Entwicklung des Bewusstseins und der Persönlichkeit, da wahre Schönheit von innen kommt.
  • Die Verzögerung des Alterungsprozesses, was sich in Jugendlichkeit und Vitalität äussert.

 

 

Die Haut ist unser grösstes Organ und bildet die Schutzbarriere zur Aussenwelt. Sie reagiert sensibel auf Umwelteinflüsse wie Kälte, Hitze, UV-Strahlen, toxische Substanzen, Stress, Schmerz, Sorgen und auf die Auswirkungen einer ungeeigneten Ernährung.

Besonders im Winter, der ayurvedischen Vata-Zeit, reagiert die Haut oft mit Trockenheit auf den Wechsel zwischen der draussen herrschenden Kälte und der Heizungsluft drinnen. Im Sommer hingegen braucht sie Schutz vor übermässiger Sonneneinstrahlung, die den Alterungsprozess wesentlich beschleunigt.

Laut Ayurveda bildet sich die Haut aus den ersten Körpergeweben Rasa- und Rakta-Dhatu (Plasma und Blut). Ein gesundes Rasa-Dhatu beeinflusst alle anderen Körpergewebe positiv und spielt im Körperaufbau eine Schlüsselrolle.

Neigt die Haut zu Trockenheit, Faltenbildung und mangelnder Spannkraft, so fehlt es ihr aus ayurvedischer Sicht an einem gesunden Rasa-Körpergewebe. Aus diesem Grund nimmt auch die Ernährung einen wichtigen Stellenwert in der ayurvedischen Kosmetik und Hautpflege ein. Alles was wir zu uns nehmen, hat einen Einfluss auf die Beschaffenheit der Haut und somit auf die Effizienz des Zellstoffwechsels.

 

Zur Stärkung des Rasa-Dhatus und damit der Gesundheit unserer Haut, sind neben einer ausgewogenen, vitalstoffreichen und flüssigkeitshaltigen Ernährung auch regelmässige Bewegung an der frischen Luft von grosser Bedeutung. Frische Gemüse und süsse Früchte, eingeweichte Trockenfrüchte (besonders Rosinen, Datteln und Feigen), Nüsse, Milch, Reissuppe mit Ghee, Kitchari, Kräutertee mit Ingwer, Basilikum und Rosenblättern sind besonders hilfreich. Gewürze wie Kurkuma, Safran und Muskat sollten regelmässig verwendet werden.

Wird das Hautgewebe hingegen schlecht durchblutet, ist blass, unrein oder treten rötliche, bläuliche Äderchen oder bräunliche Flecken auf, zeigt dies laut dem ayurvedischen Gesundheitssystem eine Störung des Rakta-Dhatus.

 

Zur Unterstützung von Rakta-Dhatu und damit der Lederhaut, empfiehlt der Ayurveda Nahrungsmittel und Heilpflanzen mit bitteren, kühlenden und natürlich süssen Eigenschaften. Besonders gut eignen sich alle grünen Blattgemüse wie Krautstiel, Spinat, Blattsalate, Artischocken und alle Wurzelgemüse. Zusätzlich sind Aloe Vera, Amalaki, Sandelholz und Rosenwasser wertvolle Pflegemittel.

Ayurveda geht stets von einer ganzheitlichen Betrachtungsweise aus, damit alle Aspekte der Haut, innen wie aussen, durch verträgliche und wirksame Hautpflegeprodukte und Nahrungsergänzungsmittel versorgt werden.

Je nach vorherrschender ayurvedischer Konstitution (Dosha) kann sich die Hautbeschaffenheit unterschiedlich zeigen und andere Bedürfnisse und Pflegeansprüche haben. Doch die oberste Regel für alle Hauttypen lautet: Reinigen, nähren und Feuchtigkeit spenden.