Rubia cordifolia (Latein)
Färberwurzel (Deutsch) (Anmerkung: Als Färberwurzel oder Färberröte wird auf Deutsch auch die Pflanze Rubia tinctorium bezeichnet.)
Manjistha, Yojanavalli, Vikasa (Sanskrit)

 

Die ayurvedische Manjistha Pflanze ist in Europa kaum bekannt. Sie kommt in gebirgigen Gegenden Indiens, beispielsweise im nordwestlichen Himalaya, vor. Den Deutschen Namen Färberwurzel – der jedoch auch für die verwandte Rubia tinctorum verwendet wird – haben wir bestimmt schon irgendwann gehört. Beide wurden früher zum Färben von Garnen und Stoffen verwendet. So enthält Rubia cordifolia rote, orange und gelbe Farbpigmente.

 

Manjistha ist eine immergrüne Kletterpflanze, die sich bis zu 1,5 Meter in die Höhe windet und nierenförmige Blätter und gelbliche, vierblättrige Blüten hervorbringt. Beeindruckend sind ihre langen Wurzeln, die im traditionellen Ayurveda eine wichtige Bedeutung haben, besonders im Bereich der Hautgesundheit. Für verschiedene Anwendungen werden sie getrocknet, für Abkochungen (sogenannte Kwaths) zerkleinert oder fein gemahlen in Form von Pulver (Churna) verwendet.

 

Innerlich und äusserlich wird Manjistha bei körperlichen Ungleichgewichten verschrieben, die eine Verringerung des Pitta und des Kapha Doshas erfordern. Der Geschmack der Wurzel ist bitter, herb und süss, was nach ayurvedischem Wissen das feurige Pitta besänftigt. Die Wirkkraft (Virya) und der Geschmack nach der Verdauung (Vipaka) sind scharf und erhitzend, was träges Kapha in Schwung bringt. Manjistha wird in der ayurvedischen Literatur häufig im Zusammenhang mit dem Lymphsystem und der Qualität des Blutes und der Blutzirkulation genannt. Belastungen und Ungleichgewichte in diesen Bereichen zeigen sich oft in einem unreinen Hautbild. Auch die Qualität von Kopfhaut und Haaren soll durch äusserliche Packungen mit dem Pulver der Färberwurzel verbessert werden.

 

Ayurvedische Eigenschaften (bezogen auf die getrocknete Wurzel):

  • Geschmack (Rasa): bitter, herb, süss
  • Eigenschaft (Guna): schwer, trocken
  • Wirkkraft (Virya): erhitzend
  • Geschmack nach der Verdauung (Vipaka): scharf
  • Wirkung auf die Doshasverringert Pitta und Kapha

 

 

 

Quellen:

Schrott/Ammon: Heilpflanzen der ayurvedischen und der westlichen Medizin, Springer Verlag, 1997

Zoller/Nordwig: Heilpflanzen der ayurvedischen Medizin, Narayana Verlag, 2012