Die Kunst des Würzens und das Wissen über die Heilkraft von Kräutern, Blüten, Rinden und Samen ist ein wesentlicher Bestandteil des Ayurveda. Beim Kochen spielen daher Gewürze traditionell eine zentrale Rolle.
Sie unterstützen nicht nur den Geschmack eines Lebensmittels, sondern können auch dessen Wirkung auf unseren Körper intensivieren oder abschwächen. Die Kunst des Würzens liegt also in der richtigen Wahl und in der ausgewogenen Mischung. Geniessen Sie unsere erlesenen Einzelgewürze in Bio-Qualität oder entdecken Sie die aromatischen Gewürzmischungen.

Ein vollständiges ayurvedisches Menu sollte alle sechs Geschmacksrichtungen beinhalten:

süss regt die Bauchspeicheldrüse an und wirkt beruhigend
sauer anregende und kräftigende Wirkung auf die Magendrüsen, stimuliert am stärksten die Speichelsekretion und stellt zufrieden
salzig ist appetitanregend, beeinflusst den Wasserhaushalt und wirkt stabilisierend
scharf wirkt anregend auf den Stoffwechsel, ist wärmeerzeugend und reinigend sowie aktivierend
bitter reinigt und klärt, stimuliert Leber und Galle und wirkt belebend
herb wirkt zusammenziehend, schleimhautbildend, trocknend, belebend

 

Die Geschmacksrichtungen können durch entsprechende Lebensmittel abgedeckt werden (z.B. Reis (süss), Joghurt (sauer), Hülsenfrüchte (herb)) oder durch entsprechende Salze, Kräuter & Gewürze. Der Ayurveda sagt, dass Gewürze gebündeltes Agni (Verdauungsfeuer) enthalten, da die Grundgeschmacksrichtung der meisten Gewürze scharf ist. Oft ist dieser scharfe Grundgeschmack kombiniert mit bitter, herb oder süss. Auf diese Weise hat jedes Gewürz ein eigenes spezielles Spektrum an Wirkung und Heilkraft.
Im Folgenden sind ein paar Beispiele aufgeführt, welche Gewürze welche Doshas ausgleichen können.

 


Vata beruhigend
alle süssen und wärmenden Gewürze
Anis, Fenchel,
Kümmel, Kreuzkümmel,
Kardamom, Zimt, Nelken, Süssholz,
Muskat,
Thymian,
frischer Ingwer, Basilikum,
Ajwan, Bockshornkleesamen, Lobeerblätter, Galgant

Stärkung des Verdauungsfeuers
ohne Pitta anzuregen
frischer Ingwer,
Kardamom,
Bockshornkleesamen,
Dill,
Fenchel,
Minze,
Safran,
Kreuzkümmel,
Zimt,
grüner Koriander

Kapha reduzierend
alle scharfen, bitteren und herben Gewürze
Kerbel, Kresse, Basilikum, Majoran, Petersilie, Berberitze, Bockshornkleesamen, Bohnenkraut, Chili, Dill, Estragon, Galgant, Kurkuma, Ingwer, Kardamom, Lorbeer, Nelken, Paprika, Rosmarin, Pfeffer, Senfsamen, Zimt

Idealerweise sollten alle Kräuter und Gewürze als ganze Blätter und Samen gekauft und gelagert werden, damit ihre Aromen länger erhalten bleiben. Bewahren Sie Ihr Gewürzsortiment deshalb in lichtgeschützten Behältern auf und mahlen oder mörsern Sie das jeweilige Gewürz erst kurz vor seiner Verwendung. Beim Anrösten in Ghee gibt man zuerst die Samen hinzu bis sie aufspringen. Gemahlene Gewürze sollten erst anschliessend zugegeben werden, da sie sonst verbrennen.

Quelle: Schrott: Die köstliche Küche des Ayurveda – Essen mit Leib und Seele, Goldmann Verlag