Cocos nucifera (Latein)
Kokospalme (Deutsch)
Narikela, Shreephal, Skandhaphala (Sanskrit), Nariyal (Hindi)

 

Im alten Liedtext rasen die Affen durch den Wald, suchen lautstark nach der geklauten Kokosnuss – und finden sie nach sieben Strophen endlich beim Affenbaby, das sie genüsslich in den Händen hält.

 

Die imposanten, bis zu 30 Meter hohen Kokospalmen prägen in tropischen Ländern ganze Landschaften und dies seit mehr als 3000 Jahren. Dazu gehören neben Sri Lanka und Südindien die Philippinen, Indonesien sowie Gebiete in Afrika und Südamerika.

Die Kokospalme ist hochgeschätzt, liefert sie doch neben den bekannten Nüssen (die eigentlich keine echten Nüsse, sondern Steinfrüchte sind) auch Holz, Kokosfasern und schattenspendende, Kühlung verschaffende Palmwedel. Eine Heilpflanze der gigantischen Art.

 

Eine dicke Schicht aus zähen Fasern verbirgt und schützt die uns vertraute, harte braune Schale mit den drei «Augen». In einer frischen Kokosnuss muss man beim Schütteln das Kokoswasser gluckern hören. Als erfrischendes, durstlöschendes Getränk ist Kokoswasser in den letzten Jahren immer beliebter geworden. Es wird hauptsächlich aus den noch jungen, grünen Kokosnüssen gewonnen. Nicht zu verwechseln mit der Kokosmilch, die durch Pressung des weissen, gehaltvollen Fruchtfleisches erzeugt wird. Wird das frische Fruchtfleisch getrocknet, so reduziert sich sein Wassergehalt; der Fettgehalt hingegen erhöht sich in dieser «Kopra». Daraus wird das wertvolle, vielfältig einsetzbare Kokosöl gepresst. Kokosöl wird es in flüssigem Zustand genannt, Kokosfett bei kälterer Temperatur (unter 24 °C) in festem Zustand.

Kokosöl ist sowohl in der Küche wie auch für kosmetische und medizinische Zwecke sehr beliebt. In der ayurvedischen Literatur sind auch Rezepturen mit Kokosnusswurzeln, dem Saft junger Blüten oder mit Asche aus der Palm-Rinde für die Zahnpflege zu finden.

 

Der Trend zu einer veganen Lebensweise hat dazu geführt, dass in zahlreichen Rezepten Butter und das ayurvedische Ghee zunehmend durch rein pflanzliches Kokosfett ersetzt werden. Die süssen, schweren und stark kühlenden Eigenschaften von Kokos sind aus ayurvedischer Sicht jedoch nicht für alle Dosha-Typen und nicht für den Genuss zu jeder Jahreszeit geeignet.

Für Menschen mit starken Pitta-Merkmalen (Hitzeempfindungen, Übersäuerung, Entzündungen etc.) sind Kokosöl und Kokoswasser empfehlenswert, ganz besonders in der heissen Jahreszeit. Mischtypen (Pitta-Vata, Pitta-Kapha) können Kokosprodukte in Massen und besonders im Sommer zu sich nehmen. Da die süssen, schweren und kühlenden Eigenschaften Kapha erhöhen, sollen Menschen mit einem hohen Kapha-Anteil zurückhaltend mit dem Konsum von Kokos sein. Getrocknete Kokosnuss ist für sie in kleinen Mengen zuträglicher.

 

Während für die regelmässige Körpermassage aus ayurvedischer Sicht meistens gereiftes Sesamöl empfohlen wird, darf der Pitta-Typ gerne leicht erwärmtes Kokosöl verwenden.

Ob für Körperanwendungen oder als Lebensmittel in der vegetarischen Küche, Kokosöl soll immer von hoher Bio-Qualität sein, kaltgepresst und ohne jegliche Zusätze «Virgin (Coconut Oil VCO)».

 

Ayurvedische Eigenschaften (Kokos-Fruchtfleisch, Kokoswasser):

  • Geschmack (Rasa): süss
  • Eigenschaft (Guna): schwer, ölig, hart
  • Wirkkraft (Virya): kühlend (getrocknete Frucht: erhitzend)
  • Geschmack nach der Verdauung (Vipaka): süss
  • Wirkung auf die Doshas: Verringert Vata und Pitta, verstärkt in grossen Mengen Kapha
  • Mentale und spirituelle Wirkung: Sattvisch, Ojas vermehrend