«Wenn die Ernährung rein ist, wird der Geist rein sein, und wenn der Geist rein ist, wird der Verstand ebenfalls rein sein.» (aus dem Manu-Smrti)

 

Trendforscher stellen fest, dass in den letzten Jahren immer mehr Menschen industriell hergestellte Fertignahrung ablehnen. Das Bewusstsein für Ernährungsprobleme steigt.
Zusatz- und Konservierungsstoffe, Aromen und Stabilisatoren in fast allen Lebensmitteln verderben den Appetit.

 

Dagegen nehmen Bauern- und Wochenmärkte an Beliebtheit zu, wo man Obst und Gemüse aus der Region kaufen kann und es frisch in der eigenen Küche zubereitet. Die Verbraucher möchten wissen, woher die Lebensmittel stammen, die sie essen und wie sie angebaut werden. Die Nachfrage nach Bio-Produkten wächst, so dass Produzenten und Händler sich darauf einstellen und diese Produkte vermehrt in ihr Sortiment aufnehmen. Biologisch angebautes Obst, Gemüse und Getreide schont den Boden und bietet mehr Sortenvielfalt. Umweltverträglich produzierte Lebensmittel tragen zum Schutz der Natur bei und verfügen ausserdem über hohe Nährwerte. Viele Menschen bauen ihr Obst und Gemüse wieder im eigenen Garten an, weil sie den grossen Lebensmittelherstellern nicht mehr trauen und um ihre Gesundheit fürchten. Ausserdem bieten Gärten für eine Vielzahl von Pflanzen und Kleinlebewesen einen Lebensraum, den sie in unserer zunehmend betonierten Welt oft nicht mehr finden.

 

Im Ayurveda ist die Ernährung ein wichtiges Mittel, um gezielt auf das Körper-Geist-Gefüge eines Menschen einzuwirken. Auf die Qualität und den Geschmack des Essens wird viel Sorgfalt verwendet, denn wer sich richtig ernährt, braucht selten einen Arzt.

 

Die westliche Ernährungswissenschaft analysiert Nahrungsmittel vorrangig nach ihren Inhaltsstoffen und besteht zu recht auf qualitativ hochwertige Lebensmittel mit möglichst vielen Vitalstoffen wie Vitaminen und Mineralien. Man legt grossen Wert auf sekundäre Pflanzen- und Ballaststoffe, aber der Geschmack ist eher zweitrangig und stellt keinen therapeutischen Nutzen dar. Die bisher ermittelten täglichen Ernährungskriterien werden für alle Menschen gleich bewertet, individuelle Unterschiede gibt es nicht. Die Betrachtung von Nahrungsmitteln auf einer chemisch-analytischen Ebene, vernachlässigt einen wichtigen Punkt, den alle Naturheilsysteme als überaus wesentlich ansehen, nämlich Prana, die Lebensenergie, die nicht wie alle anderen Inhaltsstoffe in unserer Nahrung synthetisch hergestellt werden kann aber für unser Überleben und unsere Gesundheit entscheidend ist.

 

Der Ayurveda unterscheidet verschiedene Konstitutionstypen und zieht ebenfalls den derzeitigen Gesundheitszustand eines Menschen in Betracht, um einen geeigneten Ernährungsplan zu erstellen. Die individuelle Verdauungskraft spielt dabei eine wichtige Rolle, denn es gilt zu berücksichtigen, dass die angebotene Nahrung auch tatsächlich von den Körperzellen aufgenommen wird. Erst wenn alle Aspekte optimal zusammen funktionieren und die Nahrung verdaut und assimiliert wird, kann daraus eine höchst verfeinerte Substanz, Ojas, entstehen, die Körper und Geist gleichermassen nährt.

 

Da die ordnende strukturierende Kraft der drei Doshas überall in der Schöpfung wirkt, nimmt der menschliche Organismus mit jedem Nahrungsmittel auch eine bestimmte Information auf, die auf die Doshas seines Körpers und seines Geistes wirkt. Unser tägliches Essen baut den Körper nicht nur auf und nährt ihn, sondern trägt auch zu seiner Gesunderhaltung bei. Eine der Essensregeln im Ayurveda besagt, dass man die Nahrungsmittel essen sollte, die in der jeweiligen Jahreszeit wachsen und dass sie aus der Region stammen sollten, in der man lebt und möglichst biologisch angebaut worden sind. Bio-Lebensmittel aus der näheren Umgebung und die damit verbundenen kürzeren Transportwege schonen die Umwelt und unterstützen die Bio-Betriebe.

 

'Du bist, was du isst oder besser noch – was du verdaust', denn je hochwertiger die Qualität unserer Nahrung, umso vitaler und kreativer ist unser Geist.