Der Herbst ist vom Vata Dosha geprägt. In dieser Jahreszeit wird es zunehmend kälter, rauer und windiger. Gleichzeitig bedeutet der späte Herbst auch das Ende der Vegetation; die Felder sind abgeerntet, die Bäume überlassen ihre farbigen Blätter dem Wind und vor dem Fenster verwelken die letzten Astern. Die Lebensenergie zieht sich in die Wurzeln zurück und auch unsere Aktivitäten verlagern sich mehr und mehr nach drinnen.

Vata wird von den Elementen Raum (Äther) und Luft bestimmt, daher sind seine Eigenschaften kalt, leicht, trocken, beweglich, rau und subtil. Die Elemente, aus denen das Vata Dosha zusammengesetzt ist, haben keine Substanz, können also nichts Körperliches, nichts physisch Tastbares hervorbringen. Innerhalb des Jahreslaufs, wie auch während unseres Lebens steht Vata daher immer für Abbau und Auflösung.

Alles, was in der Kapha Jahreszeit (Frühling) gekeimt hat und gewachsen ist, was in der Pitta Jahreszeit (Sommer) zur Reife gelangt ist, vergeht nun in der Vata Jahreszeit. Es löst sich auf, um gleichzeitig in den Knospen neues Wachsen und Gedeihen vorzubereiten.

 

Der Herbst in unserem Körper

Um die Körperwärme in der kühlen Jahreszeit zu erhalten, zieht sich das Blut von den Gliedmassen ins Innere des Körpers zurück. Die geringere Durchblutung der Haut lässt uns blasser erscheinen. Da die Extremitäten des Körpers weniger Blut führen (insbesondere bei Frauen gut spürbar an den kalten Füssen und kalten Händen), sind dafür unsere inneren Organe stärker durchblutet. Das innere Feuer (Agni) nimmt zu, wir verspüren mehr Appetit und verlangen im Herbst und Winter nach gehaltvollen, nährenden Speisen wie Teigwaren, Kartoffelgerichten oder Risotto.

 

Die kalte Qualität des Spätherbstes erhöht Vata. Dies stellt unser Immunsystem vor besondere Herausforderungen. Doch nicht jeder kalte Windhauch führt unweigerlich zu einer Erkältung. Wird das innere Feuer Agni gut geschürt, gestalten wir unsere Tagesroutine entsprechend unserem natürlichen Bedürfnis nach Regelmässigkeit, Ruhe und Wärme, essen wir gehaltvoll und warm, so ist unser Immunsystem gut für das von Vata dominierte Winterhalbjahr gerüstet.

 

Auch die trockene Qualität erhöht Vata in Körper und Geist. Besonders gut lässt sich dies im Herbst an der Haut beobachten; während sich die Haut im Sommer feucht und glänzend anfühlte, wird sie nun mit den kühleren Temperaturen zunehmend trocken, rau oder sogar rissig. Auch die Haare können ihren Glanz verlieren, trocken und spröde werden. Trockenheit kann sich auch in einem trockenen Darm und daher als Verstopfung äussern. Mit leicht verdaulicher, feuchter und öliger Nahrung und ausreichend warmen Getränken lässt sich diesen Verdauungsbeschwerden gut entgegenwirken.

 

Die bewegliche Qualität von Vata wird im Herbst durch rauen Wind und Stürme, die übers Land fegen, verstärkt. Auch unsere Gedanken, Gefühle und Emotionen können nun beeinträchtigt werden, was sich in kreisenden Gedanken, Sorgen, Unruhe, Dünnhäutigkeit und Schlaflosigkeit äusssern kann. Man fühlt sich im wahrsten Sinn des Wortes «durch den Wind». Der ayurvedische Ansatz – Gleichgewicht mit entgegengesetzten Qualitäten zu erlangen – empfiehlt genügend Schlaf, Ruhepausen auch tagsüber sowie tiefe Entspannung durch Meditation und Yoga.

Dass sich die verschiedene Qualitäten von Vata gegenseitig verstärken, sehen wir daran, dass der bewegende Wind gleichzeitig Trockenheit fördert.

Um einer Erhöhung des Vata Doshas im Herbst entgegenzuwirken, ist es aus ayurvedischer Sicht empfehlenswert, die Ernährung und die Tagesroutine der Jahreszeit anzupassen und achtsam seine persönlichen Bedürfnisse zu respektieren.

 

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