Wahre Schönheit kommt nach Auffassung des Ayurveda immer von innen. Sie ist Ausdruck einer edlen Geisteshaltung und damit abhängig von unserem Bewusstsein. Unsere Gefühle, Gedanken, Ideen, Ansichten, Konzepte und Handlungen formen unseren Körper und teilen sich jeder Zelle mit. Schon in alten Kulturen galt Schönheit als das selbstverständliche Attribut eines Menschen, der sich im Einklang mit sich selbst, seiner Umwelt und dem Kosmos befindet.

Die Bedeutung von Kosmetik im Ayurveda

Die sorgsame Pflege des Körpers, der Haut und der Haare ist für eine schöne Erscheinung von zentraler Bedeutung. Ebenso wichtig ist die Entwicklung des Bewusstseins, zur ganzheitlichen Förderung der Schönheit von innen. Ein weiterer Ansatz des Ayurveda ist die  Erhaltung von Jugendlichkeit und Vitalität, also die Verzögerung des Alterungsprozesses.

 

Im Ayurveda wird die Haut entsprechend ihrer spezifischen Beschaffenheit und der Konstitution der jeweiligen Person behandelt und gepflegt. Einen wichtigen Stellenwert in der ayurvedischen Kosmetik und Hautpflege nimmt auch die Ernährung ein, denn mit den Nahrungsmitteln, die wir zu uns nehmen, entscheiden wir über die Effizienz des Zellstoffwechsels und somit auch über die Beschaffenheit der Haut.

 

Die Ayurveda-Dermatologie beruht in erster Linie auf der Versorgung der sieben Dhatus  (ayurvedischer Begriff für Körpergewebe), dem Gewebeaufbau und möglichen Funktionsstörungen. Spezielle Kräuterrezepturen, Ernährungsempfehlungen und Behandlungen wirken auf den Gewebestoffwechsel und bringen die Hautfunktionen wieder ins Gleichgewicht.
Die moderne Wissenschaft und Ayurveda Experten sind sich einig darüber, dass einer der Hauptgründe für die Hautalterung Oxidation in den Körperzellen durch Freie Radikale ist. Die Ursachen sind vorwiegend Stress, Luftverschmutzung, Chemikalien, Genussmittel und unzuträgliche Ernährung.

 

Bei Hautproblemen bilden die sorgfältige, individuelle Betrachtung der Haut und konstitutionsgerechte Therapien die Grundlage einer ganzheitlichen ayurvedischen Hautpflege.

 

Vata

Vata-Haut zeichnet sich durch eine zarte und feinporige Haut mit einem leicht bräunlichen Ton aus. Sie neigt zu Trockenheit und weist schon früh feine Fältchen auf. Auch Sprödheit und trockene Schuppen deuten auf ein erhöhtes Vata in der Haut hin. Lippen, die dünne Haut rund um die Augen und die Schleimhäute sind besonders empfindlich und verlangen sorgfältige Pflege mit reichhaltigen Cremen und nährenden Ölen. Dies besonders in der kalten, windigen Jahreszeit.

Gesunde Vata-Haut ist geschmeidig und samtig.

 

Tipps für die Vata-Haut

Je nach Jahreszeit und persönlicher Verträglichkeit eignet sich für die Massage von Gesicht und Körper warmes Sesam-, Avocado-, Oliven-, Mandel- und Walnussöl. Sanfte, beruhigende Massagestriche entspannen und vitalisieren die Vata-Persönlichkeit. Verkrampfte Gesichtszüge lösen sich, der stumpfe Teint erhält neuen Glanz und ein inneres Strahlen.
Warme Kompressen, Schwitzbehandlungen und nährende Gesichtsmasken mit Avocado, Sahne, Banane, Hafermehl, Sandelholzpulver und ätherischen Ölen (Jasmin, Basilikum, Blutorange, Rosengeranie) unterstützen die nährende Wirkung der Ölmassage und ergänzen die ganzheitliche Ayurveda-Kosmetikbehandlung.
Spannkraft und Vitalität erhält die Vata-Haut durch natürlich süsse Fruchtsäfte, warme, frisch gekochte Suppen mit Reis, Dinkel, Karotten, Fenchel und Spargel. Dazu gehören täglich 2 EL Olivenöl und ganz besonders das nährende Ghee. Auch Gewürze wie FenchelMuskatNelkeIngwer und Safran unterstützen den Ausgleich von Vata.

 

Pitta

Pitta-Haut ist hell, rosig, gut durchblutet und häufig empfindlich. Sie weist typischerweise oft Sommersprossen oder Muttermale auf.
Ein erhöhtes Pitta ist für Rötungen, Hautreizungen, Allergien und entzündliche Unreinheiten verantwortlich.
Gesunde Pitta-Haut speichert ausreichend Feuchtigkeit und ist weich und warm.

 

Tipps für die Pitta-Haut

Für die tägliche Massage und Gesichtspflege eignen sich hervorragend Mandel-, Kokos-, Sonnenblumen-, Aprikosenkern- und Olivenöl. Sie beruhigen und kühlen die Haut. Für Masken und Kompressen eignen sich Rosenwasser und in Form ätherischer Öle oder Hydrolate Rose, Koriander, Lotus, Narde und Lavendel vermischt mit Joghurt oder Buttermilch.
Bei der Ernährung sollte auf einen ausgeglichenen Säure- Basenhaushalt geachtet werden. Saure und scharfe Speisen, wie Zitrusfrüchte, Tomaten, saure Milchprodukte, Fleisch, Kaffee und Essig sollten möglichst vermieden werden.
Empfehlenswert ist der Genuss von grünen und leicht bitteren Gemüsen und Rohkost wie Blattsalate (während der Pitta-Jahreszeit), Artischocken, Mangold, Endivien, Chicorée und Spargel. Auch Äpfel, Hirse, Reis, Kartoffeln und Gewürze wie ZimtKardamomKurkuma und Koriander sind je nach Jahreszeit wohltuend für den gesamten Organismus und die Haut.

 

Kapha

Kapha-Haut ist robust, fest, hell und oftmals fettig. Ein erhöhtes Kapha zeigt sich in grossporiger und unreiner Haut. Dazu können auch Hautpusteln und nässende, juckende Ekzeme gehören. Ebenso neigt die Kapha Haut zu Wassereinlagerungen im Gewebe.
Gesunde Kapha-Haut ist gut gepolstert, widerstandsfähig, gut durchfeuchtet und leicht ölig.

 

Tipps für die Kapha-Haut

Für die Pflege der oft fettigen Kapha-Haut eignen sich am besten Raps-, Mais-, Distel-, Traubenkern-, Mandel- oder Aprikosenkernöl. Die ätherischen Öle von Zitrone, Zypresse, Wacholder, Patchouli, Eukalyptus, Kampfer, Nelke, Lavendel und Bergamotte bewirken mit einer manuellen Massage und Lymphdrainage eine zusätzliche Aktivierung des Hautstoffwechsels. Die Ausleitung von Stoffwechselrückständen wird dadurch begünstigt.
Heisse Kompressen und Dampfbäder mit Cystrosen Hydrolat oder anregenden Heilkräutern (Ingwer, Kurkuma, Neem, Muskatellersalbei) unterstützen einen tiefgreifenden Reinigungsprozess der Kapha-Haut und verfeinern das Hautbild.

Die Kapha Haut profitiert von typgerechten Nahrungsmitteln und scharfen, wärmenden Gewürzen, die den Stoffwechsel anregen. Dazu gehören PfefferIngwer, ChiliKurkuma und Kreuzkümmel.