Commiphora mukul (Latein)
Indische Myrrhe (Deutsch)
Gugguluh, Gulgulu (Sanskrit)

 

Die Indische Myrrhe wird als bis zu drei Meter hoher, mit kräftigen Dornen bewehrter Strauch beschrieben. Sie wächst in felsigen, trockenen Gebieten zentralindischer Bundesstaaten wie auch in Bangladesh und Pakistan. Von den fünf verschiedenen Arten werden die schwarze und die gelbe Gattung zu therapeutischen Zwecken verwendet. Von Interesse sind der aschgraue Stamm und die knorrigen Äste von Commiphora mukul. Durch Einschneiden der Rinde wird das austretende Harz der meist wild wachsenden Sträucher gewonnen. Die Indische Myrrhe ist eng verwandt mit Commiphora myrrha, deren Harz in Somalia gewonnen wird.

Schon lange vor der Verwendung von Guggulu in der ayurvedischen Heilkunde wurde das aromatische Harz für Räucherungen und zum Schutz von Menschen und Tieren verwendet. Der Rauch bewahrte sie vor krankmachenden Mikroorganismen und wird auch heute noch bei rituellen Zeremonien geschätzt.

Die bekannten ayurvedischen Ärzte Sushruta und Caraka hinterliessen in ihren Kompendien umfangreiche Erfahrungsberichte und Anwendungsbeispiele für Guggulu.

Von Natur aus hat die Indische Myrrhe wärmende Eigenschaften und gleicht dadurch Vata und Kapha aus. In geringer Dosis eingenommen wird durch die bitteren und herben Geschmacksrichtungen auch Pitta verringert. Die primären Anwendungsgebiete liegen laut ayurvedischer Indikation in der Schmerzbekämpfung rheumatischer Formen, in der Herz-Kreislauf-Therapie, als Mittel bei Hautproblemen und bei Stoffwechselstörungen. Der Ayurveda kennt innerliche und auch äusserliche Anwendungen.

Das frische Harz wird als Aufbaumittel geschätzt und das ältere Harz zeigt u.a. Erfolge beim Abbau von Kapha in Form von überschüssigem Fettgewebe (Meda Dhatu).

Guggul ist eines der ayurvedischen Mittel, das gerne in Kombinationspräparaten – zusammen mit anderen Inhaltsstoffen – verwendet wird. So kennt man z.B. Gokshuradi Guggulu, Kaishora Guggulu, Kanchanara Guggulu, Punarnava Guggulu, Triphala Guggulu oder Yogaraja Guggulu für spezifische Anwendungen in der Ayurveda-Medizin.

 

 

Ayurvedische Eigenschaften (bezogen auf älteres Harz):

  • Geschmack (Rasa): bitter, scharf, herb (frisches Harz: bitter, scharf)
  • Eigenschaft (Guna): trocken, leicht, spitz, rau, beweglich, subtil (frisches Harz: ölig, schleimig)
  • Wirkkraft (Virya): erhitzend
  • Geschmack nach der Verdauung (Vipaka): scharf
  • Wirkung auf die Doshas: verringert alle drei Doshas (frisches Harz: verringert Vata und Kapha)

 

 

 

Quellen:

Schrott/Ammon: Heilpflanzen der ayurvedischen und der westlichen Medizin, Springer Verlag, 1997

Zoller/Nordwig: Heilpflanzen der ayurvedischen Medizin, Narayana Verlag, 2012