Hauptsächlich hängt die Anfälligkeit für Erkältungen vom Lebensstil und der Ernährung ab. Agni, unser Verdauungsfeuer, das normalerweise im Winter stärker ist, kann durch Stress, Hektik und schwere Nahrungsmittel geschwächt werden. Wenn dieses reduzierte Feuer (Agni) mit einem Übermass an schweren Mahlzeiten wie z. B. zur Weihnachtszeit sprichwörtlich «zugeschüttet» wird, kann die Nahrung nicht vollständig verwertet werden und Amarückstände sammeln sich an. Das Kapha Dosha gerät aus dem Gleichgewicht und die Anfälligkeit des Körpers für Erkältungskrankheiten nimmt zu.

Die Pranavaha Shrotas  (lebensatemführende Körperkanäle) werden blockiert und bieten den Nährboden für Bakterien und Viren. Bemerkt man Trägheit, Schwere und Müdigkeit in den Gliedern, ist es ratsam Agni durch leichte, flüssige, gut gewürzte Speisen zu unterstützen.
Erkältungen spürt man meistens in den oberen Atemwegen, in dem Bereich, wo Vata und auch Kapha ihren Sitz haben. Der feingliedrige Vata-Typ ist anfälliger für Erkältungen, da die Abwehr von Natur aus schwächer ist und das besonders in der trockenen, kalten, rauen Phase des Winters. Der Kapha-betonte Konstitutionstyp erkrankt eher im Frühling, wenn es nass und kalt ist.

Der Ayurveda gibt ausführliche Tipps zur Selbsthilfe und Vorbeugung. Nicht die Behandlung von Symptomen steht im Vordergrund, sondern die ganzheitliche körperliche und geistige Ausgeglichenheit und Harmonie.
Diese Balance aufrecht zu erhalten, fordert Eigeninitiative und das Beachten der persönlichen Bedürfnisse. Der Winter ist die Zeit des Nach-innen-gehens, die Natur ruht. Dieser natürlichen Tendenz folgend, gönnen wir Körper und Geist ebenfalls mehr Ruhe und achten besonders auf einen geregelten Tagesablauf.

  • Ziehen Sie sich warm an und schützen Sie Kopf und Hals vor Wind und Kälte.
  • Ein guter Start in den Tag beginnt mit einer Ölmassage, die die feinen Körperkanäle öffnet, die Verdauung anregt, Toxine ausleitet und die Doshas beruhigt. (Wenn man erkältet ist oder während der Menstruation, verzichtet man für einige Tage auf die Ölmassage.)
  • In der Vata-Zeit kann man sich nach der Massage gern ein warmes Bad gönnen, denn die Wärme tut Seele und Körper gut.
  • Vorbeugend spült man die Nase mit lauwarmem Salzwasser und streicht danach die Nasenschleimhäute mit 1-2 Tropfen Nasyaöl ein.
  • Plagt Sie bereits ein Schnupfen, inhalieren Sie die wohltuenden Dämpfe ätherischer Öle wie Eukalyptus oder Ajwain, der zur Familie des Thymians gehört, um zähen Kaphaschleim zu verflüssigen.
  • Vermeiden Sie kalte Nahrungsmittel und Getränke aus dem Kühlschrank.
  • Auch saure Obstsorten, Zitrusfrüchte und Rohkost sind laut Ayurveda bei einer Erkältung nicht angezeigt.

Bevorzugen Sie während der Dauer der Erkältung leichte, warme, gut gewürzte Mahlzeiten, z. B. Kitchari, Couscous, süsse, saftige Früchte, am besten leicht gedünstet, Mung Dal, Zucchini, Kürbis, Süsskartoffeln, Karotten, Fenchel und grüne Bohnen. Fällt das Schlucken schwer, kann man eine pürierte Gemüsesuppe zubereiten.
Kohl enthält viel Kalium, Calcium und Vitamin C, aber sollte nicht zu lange kochen. Brokkoli eher dämpfen als kochen, damit die sekundären Pflanzenstoffe und Vitamin C bestmöglich erhalten bleiben.
Für die Klärung der feinen Körperkanäle dünsten Sie einen Apfel zusammen mit 4 Gewürznelken und entfernen Sie diese vor dem Verzehr.
Milchprodukte und schwere Lebensmittel wie Wurst, Käse, Fleisch und Süssigkeiten sollten für die Dauer der Beschwerden gemieden werden.
Die Ausnahme bildet eine Tasse Milch aufgekocht mit 2-3 Nelken.

Wärmend und reinigend wirken Gewürze,

  • z. B. Kapha Churna, Kurkuma, Ingwer, Zimt, Nelken, schwarzer Pfeffer, Kurkuma, Kreuzkümmel und Pippali. Sie reduzieren angesammeltes Kapha in Nase, Nebenhöhlen und Bronchien und unterstützen die Funktion von Agni.
  • Bei Halsschmerzen und Heiserkeit hilft ein Tee aus Süssholzwurzel. Dafür übergiesst man 1-2 g der geraspelten Wurzel mit einer Tasse kochendem Wasser.
  • Linderung verschafft ebenfalls Sanfter Atem Tee mit 2 EL Prana Sirup verrührt, den man in eine Thermoskanne gefüllt schluckweise über den Tag verteilt trinken kann.
  • Sehr beliebt ist auch Ingwer-Honig Wasser. Dazu kochen Sie Wasser ca. 10 Minuten lang, nehmen den Topf von der Herdplatte, fügen dem Wasser einige Scheiben oder einen Teelöffel geriebenen Ingwer hinzu. Abkühlen lassen auf 40°C und Zitronensaft und Honig einrühren. Möglichst warm öfter am Tag trinken.
  • Zusätzlich noch viel heisses Wasser trinken.
  • Kurkuma, Pippali oder Trikatu lassen sich auch mit einem Teelöffel Waldhonig verrührt mehrmals am Tag einnehmen.
  • Ruhephasen und guter Schlaf besänftigen das übermässige Vata.
  • Spaziergänge an der frischen Luft wirken vorbeugend, aber wenn man krank ist, sollte man sich besser zu Hause im Warmen aufhalten.