Im Ayurveda ist die Fähigkeit der menschlichen Haut Wirkstoffe aufzunehmen schon seit jeher bekannt. Dafür verantwortlich ist Brajaka-Pitta, das Verdauungsfeuer der Haut. Es reguliert die Wärme und Absorptionsfähigkeit der Haut. So können dem Körper durch die Massage mit verschiedenen medizinierten Ölen Antioxydantien zugeführt werden. Als Basisöl wird meistens Sesamöl benutzt, da es schon einen grossen Anteil Antioxydantien besitzt, die dem Körper zugute kommen. Ayurvedische Massageöle durchlaufen einen langen Kochprozess, durch den sich die Molekularstruktur des Öls verändert und es deshalb von der Haut und dem Gewebe leichter aufgenommen werden kann. Da Öl fettig ist und daher die gleichen Eigenschaften wie das Fettgewebe besitzt, saugt es dort abgelagerte fettlösliche Toxine und Schlackenstoffe auf und leitet sie über den Magen-Darmtrakt aus. Die dem Öl zugesetzten Kräutermischungen tragen dazu bei, diesen Prozess zu unterstützen und die Doshas zu harmonisieren.

Besonders das Vata-Dosha profitiert von regelmässigen Ölmassagen, weil es von seiner Natur her kalt, rau, trocken, leicht und schnell ist und mit zunehmendem Alter des Menschen zum Abbau des Körpers beiträgt. Daher ist eine Massage mit Ayurveda Öl eine ausgleichende und aufbauende Massnahme bei Vata-Störungen und Vata-bedingten Alterserscheinungen. Öl verhilft dem Körper zu mehr Stabilität und erhält seine Jugendlichkeit, da es vornehmlich Kapha Eigenschaften wie schwer, ölig, schleimig, träge und feucht aufweist und das Gewebe nährt und stabilisiert.

Herstellung:
Je nach Konstitutionstyp werden im Ayurveda verschiedene Öle (Sesamöl für Vata- und Kapha Typen, Kokosöl für Pitta Typen) mit Kräutern eingekocht, deren besondere Wirksamkeit für die Gesundheit seit altersher bekannt sind. Die Zubereitung ist äusserst zeit-und arbeitsaufwändig und folgt einem festgelegten Ablauf. Für die Vaidyas ist es eine Prozedur, die mit grosser Hingabe und Sorgfalt durchgeführt wird, denn es geht darum, die Intelligenz der Pflanze auf das Öl zu übertragen.

Das Öl wird mit anderen Zutaten erhitzt und dann mit der Abkochung aus frischen Kräutern, Säften, manchmal auch Joghurt oder Milch so lange gekocht bis der wässrige Anteil sich fast vollständig verflüchtigt hat. Die Zubereitung der Kräuteraufgüsse, die dem Öl beigefügt werden, nimmt ebenfalls sehr viel Aufmerksamkeit und Zeit in Anspruch. Im Allgemeinen wird ein Teil getrocknete Kräutermischung zu 16 Teilen Wasser gegeben und solange gekocht, bis nur noch 1/4 der Flüssigkeit übrig ist. Die Kräuter werden vorher verlesen, zerkleinert, zermahlen, Säfte ausgepresst und im Wasser eingeweicht. Der Kochvorgang muss ständig überwacht werden, damit der richtige Moment des Garungsprozesses nicht überschritten wird. Nach einer gewissen Abkühlungszeit wird das fertige Öl gefiltert und kann für die verschiedensten ayurvedischen Behandlungen eingesetzt werden.

Die Verwendung der ayurvedischen Öle, z. B. bei einer Panchakarma Behandlung, hat neben dem therapeutischen natürlich auch einen Wohlfühl-Effekt für den Patienten, denn durch das einfühlsame Auftragen des Massageöls stellt sich unmittelbare Entspannung und das Loslassen vom Alltagsstress ein. Der Hautkontakt und die sanften Streichbewegungen vermitteln Geborgenheit und menschliche Wärme, so dass das Herz aufgeht und man sich im Selbst gegründet fühlt. Das Abhyanga während eines Panchakarma dient als Vorbereitung für nachfolgende Behandlungen, weil es die Körperkanäle öffnet, den Lymphfluss anregt und dadurch die Ausleitung der sich lösenden Toxine fördert.

Es lohnt sich beim Kauf eines Ayurveda Öls auf gute Qualität zu achten. Das Sesamöl sollte biologisch und ayurvedisch aufbereitet („gereift“) sein und keine ätherischen Öle enthalten. (Sesamöl kann man zu Hause „reifen“, indem man es kurz auf 110° C erhitzt.) Die AyurVeda AG bietet ein breitgefächertes Sortiment von Ayurveda Ölen verschiedener Hersteller an, die alle für ihre herausragende Qualität und ihre therapeutische Wirksamkeit bekannt sind.