Raum (Äther) und Luft sind die beiden Elemente, die der Ayurveda dem Vata Dosha zuordnet. Auch die Qualitäten «kalt, leicht, trocken, beweglich, rau und subtil» deuten auf eine gewisse Unstetigkeit des Funktionsprinzips (Dosha) Vata hin.

Im Körper-Geist-Seele-System des Menschen wird Vata als das Bewegungsprinzip bezeichnet. Es ist für sämtliche Aktivitäten und alle Bewegungsabläufe, ob innerlich oder äusserlich, verantwortlich. Dazu gehören u.a. die Atmung, der Herzschlag, der Blutkreislauf, die Darmperistaltik wie auch die Übermittlung von Informationen im Nervensystem.

Der natürliche Hauptsitz von Vata ist der Dickdarm. Im Jahresverlauf ist Vata während der kalten, windigen Winterzeit dominant, ebenfalls während 2.00 bis 6.00 Uhr nachts und von 14.00 bis 18.00 Uhr tagsüber.

Hier erfahren Sie mehr über das Grundprinzip Vata und erhalten hilfreiche Tipps, um das Dosha in Balance halten zu können.

 

Jedem der drei Doshas Vata, Pitta und Kapha ordnet der Ayurveda jeweils fünf Subdoshas zu. Diese fünf untergeordneten Doshas stehen miteinander in Beziehung und ergeben ein differenziertes Bild der energetischen Dynamik im Organismus. Ähnlich einem «Familienmitglied» bewohnt jedes Subdosha im Körper ein definiertes Zimmer und ist für unterschiedliche Aufgaben verantwortlich.

Sucht jemand einen Arzt auf, so schildert er meist eine Anzahl verschiedenster Symptome, die sein Wohlbefinden beeinträchtigen. Der Maharishi Ayurveda verfügt über eine einzigartige Diagnosemethode – das Pulsfühlen (Nadivigyan) – um die Hauptursache einer Gesundheitsstörung unmittelbar erfühlen zu können. Mittels dreier Finger erspürt ein erfahrener Ayurveda Experte die der Krankheit zugrunde liegende Hauptursache. Er erkennt, ob sich alle Doshas und Subdoshas an ihrem natürlichen Platz befinden oder ob Ungleichgewichte vorhanden sind. Durch diese Methode und durch geeignete Massnahmen ist es der ayurvedischen Medizin möglich, scheinbar unzusammenhängende Symptome und Beschwerden gleichzeitig zu behandeln.

 

Die fünf Subdoshas von Vata heissen:

  • Prana (vitaler Atem)
  • Udana (nach oben bewegend, Stärke vermittelnd)
  • Samana (ausgeglichen bewegend)
  • Apana (abwärts bewegend)
  • Vyana (in verschiedene Richtungen bewegend)

 

Prana – vitaler Atem

  • Prana ist Atem- und Nervenenergie, entspricht dem chinesischen «Chi».
  • Die Hauptlokalisation im Körper sind Kopf, Hals, Zunge, Mund, Nase und Brust (mit Herz und Atemorganen).
  • Die Funktionen sind vielfältig, sie umfassen u.a. geistige Aktivität, Atmung und Transport von Lebensenergie zu allen Zellen, Steuerung des Herzens, feinstoffliche Steuerung von Marmas und Nadis und mehr.
  • Gutes Prana zeigt sich in einem «klaren Kopf», «starken Nerven» und charismatischer Ausstrahlung.
  • Schwaches oder überangeregtes Prana führt zu Ängsten, Schlafstörungen, Erkrankungen der Lunge, des Herzens und des Nervensystems.

 

Udana – nach oben bewegend, Stärke vermittelnd

  • Die Hauptlokalisation im Körper sind Atemwege, Kiefer- und Nasennebenhöhlen, Hals, Rachen, Brust, Nacken und Nabel.
  • Die Funktionen betreffen Stimme, Atembewegungen, Nebenhöhlen, Schilddrüse.
  • Gutes Udana verleiht eine ausdrucksstarke Persönlichkeit und eine klare, kräftige Stimme.
  • Schwaches oder überangeregtes Udana «schnürt einem den Hals zu», führt zu schwacher, rauer Stimme.

 

Samana – ausgeglichen bewegend

  • Die Hauptlokalisation im Körper sind der Magen-Darm-Trakt und die feinsten Transportkanäle (Shrotas).
  • Samana ist der «Wind», der das Verdauungsfeuer Agni entfacht, den Nährstofftransport und die Bewegung von Flüssigkeiten ermöglicht.
  • Gutes Samana ermöglicht ein wohliges Bauchgefühl und gute Aufnahme der Nährstoffe.
  • Schwaches oder überangeregtes Samana führt zu Unruhe im Bauchbereich und Verdauungsstörungen.

 

Apana – abwärts bewegend

  • Apana ist eines der wichtigsten Subdoshas. Es kontrolliert die anderen Vata Subdoshas.
  • Die Hauptlokalisation reicht vom Nabel bis zum unteren Bauchraum, Dickdarm, Enddarm, zu Niere und Blase. Auch Gebärmutter, Prostata, Geschlechtsorgane, Hüfte und Leiste gehören dazu.
  • Funktionen sind die Ausscheidung von Abfallprodukten aus dem Körper (Urin, Stuhl, Gase) sowie Samenerguss, Menstruation und auch Geburt.
  • Gutes Apana führt zu normalen Ausscheidungsfunktionen, Gelassenheit und Vertrauen in natürliche Prozesse.
  • Schwaches oder überangeregtes Apana bewirkt Beschwerden im Darmbereich, in den Ausscheidungsorganen, gynäkologische Probleme, Prostataprobleme, Beschwerden im Hüftbereich, Beinerkrankungen.

 

Vyana – in verschiedene Richtungen bewegend

  • Vyana verteilt von Innen nach Aussen.
  • Vyana ist auf den ganzen Körper verteilt.
  • Die Funktion von Vyana ist die Steuerung des Herzrhythmus, die Regulierung des Blutdrucks, zudem die Sinnesempfindungen, Körperbewegungen und Muskelkontraktionen.
  • Gutes Vyana zeigt sich in normalem Blutdruck, guter Blutzirkulation und Lebensfreude.
  • Schwaches und überangeregtes Vyana äussert sich in zu tiefem oder zu hohem Blutdruck, Durchblutungsstörungen, Gefässverkrampfungen.

 

Der Mensch ist ein äusserst komplexes Wesen. All seine Organe und Funktionen sind eng miteinander verbunden, Doshas und Subdoshas beeinflussen sich gegenseitig. So kann es beispielsweise vorkommen, dass sich die fünf Subdosha-Mitglieder der «Vata-Familie» einzeln oder gemeinsam von ihrem natürlichen Wohnort entfernen, um die fünf Subdoshas von Pitta oder Kapha zu besuchen. Um eine unerwünschte Beeinflussung und daraus entstehende Gesundheitsprobleme zu vermeiden, hält der bewährte Ayurveda jedoch ein breites Angebot an Ratschlägen für Veränderungen des Lebensstils oder zur Anpassung der Ernährung bereit und kennt eine Vielzahl traditioneller Reinigungsverfahren sowie zahlreiche authentische Kräuter-Präparate.