Murraya Koenigii oder Bergera Koenigii (Latein)
Currybaum (Deutsch)
Surabhinimba (Sanskrit)

 

Eine kleine Dose goldgelbes, aromatisches Currypulver ist bestimmt in jeder Küche zu finden. Dabei handelt es sich um eine Mischung verschiedener Gewürze in unterschiedlicher Zusammensetzung wie Kurkuma, Koriander, Kreuzkümmel, Pfeffer, Kardamom, Ingwer, Zimt, Gewürznelken etc. Mit den Blättern des Currybaumes hat dieses beliebte Gewürzpulver hingegen gar nichts zu tun. Ausser, dass es denselben Namen trägt. «Kari» ist das tamilische Wort für eine pikante Sauce, und durch die langjährige Herrschaft der Briten in Indien und Sri Lanka hat sich die Bezeichnung «Kari» vermutlich in «Curry», (englisch als «Kari» ausgesprochen) gewandelt.

 

Der Currybaum, oder Currystrauch, ist ursprünglich in Indien beheimatet. Als Waldbaum wächst er wild oder für den Hausgebrauch auch in vielen indischen Gärten. Zu finden ist er heute auf dem gesamten indischen Subkontinent und auf Sri Lanka. Seinen lateinischen Namen verdankt der Currybaum zwei europäischen Botanikern aus dem 18. Jahrhundert: dem Schweden Johann Andreas Murray und dem Deutschen Johann Gerhard König, einem Schüler von Carl Linné.

 

Der Currybaum, auch Curryblätterbaum genannt, wächst bis auf eine Höhe von 1500 m.ü.M. und erreicht eine Höhe von 4 bis 6 Metern. Seine dunkelgrünen, gestielten, fiedrigen Laubblätter sind immergrün, seine Rinde dunkelgrau. Aus den rispigen, crèmeweissen Blütenständen entwickeln sich kleine, glänzend schwarz-violette Früchte, die essbar sind. Vorher sollten jedoch die Samen entfernt werden, da diese giftig sind.

 

In der traditionellen ayurvedischen Medizin werden – ausser der giftigen Samen – alle Bestandteile des Currybaumes verwendet. Hauptsächlich jedoch die Laubblätter, Rinde, Wurzeln und Früchte. Im Norden Indiens soll das Holz von Murraya Koenigii wegen seiner wertvollen Inhaltsstoffe für die Gesundheit des Mundes als natürliche Zahnbürste benutzt werden.

 

Der Geschmack der frischen Blätter des Currybaumes wird als würzig, süss, astringierend, angenehm fruchtig, zitrusartig und fein rauchig beschrieben. In Europa sind sie nur sehr schwer erhältlich, sodass für die hiesige ayurvedisch-indische Küche auf getrocknete Blätter zurückgegriffen werden muss; auch wenn diese weniger geschmacksintensiv sind. Das volle Aroma entfalten Curryblätter, wenn man sie in heissem Ghee oder Öl knusprig anbrät, bevor weitere Zutaten in den Topf gegeben werden. Da sie sehr zart sind, kann man sie mitessen und muss sie nicht wie die zähen Lorbeerblätter auf dem Tellerrand liegen lassen. Besonders gut passen Curryblätter zu südindischen oder sri-lankischen Gerichten, würzigen Currys oder Dal- und Gemüsegerichten. Ideal harmonieren Curryblätter mit Kokos und Tamarinde. Auch als Tee lassen sich die getrockneten Curryblätter aufgiessen.

Surabhinimba (der zweite Teil des Namens deutet auf die Verwandtschaft mit Nimba, Neem, Niem hin) wird im traditionellen Ayurveda innerlich und äusserlich angewendet. Die klassischen Einsatzgebiete weisen spezifisch auf Pitta reduzierende, kühlende, lindernde, reizmildernde Eigenschaften hin, welche besonders die Magen-Darm-Gesundheit stärken und eine zu hohe Körpertemperatur regulieren. Als Gewürz wirken Curryblätter jedoch allgemein harmonisierend auf alle drei Doshas. Ausserdem gelten sie als hervorragende Quelle für Eisen.

 

 

Ayurvedische Eigenschaften (bezogen auf die Blätter):

  • Geschmack (Rasa): süss, astringierend
  • Eigenschaft (Guna): -
  • Wirkkraft (Virya): -
  • Geschmack nach der Verdauung (Vipaka): -
  • Stoffwechselenergie: stärkt Agni
  • Wirkung auf die Doshas: harmonisiert spezifisch Pitta; gleicht zudem alle drei Doshas aus