In der heutigen Zeit, die von enormer Schnelligkeit und grossem Leistungsdruck geprägt ist, fühlen sich viele Menschen durch die nicht endenden Anforderungen einer Stressbelastung ausgesetzt, die auf die Dauer eine tiefe emotionale, geistige und körperliche Erschöpfung auslösen kann.

Diesen Zustand, der oft am Ende einer jahrelangen Überarbeitung und Überforderung steht, nennt man heutzutage «Burn-out Syndrom» ( to burn out = ausbrennen). Dieser Begriff wurde zum ersten Mal in den 1970iger Jahren von dem Psychoanalytiker H. J. Freudenberger formuliert. Burn-out ist nicht nur ein Modewort, um eine Depression oder Versagensängste zu verbergen, sondern mittlerweile eine ernsthafte Erkrankung. Das «Ausbrennen» beginnt langsam und zuerst unbemerkt mit Spannungen, die entstehen, wenn Erwartungen und Ziele nicht mehr mit den Anforderungen und der Realität im beruflichen Alltag übereinstimmen.

 

Besonders Menschen neigen zu Burn-out, die:

  • sehr pflichtbewusst und leistungsorientiert sind
  • sich sehr stark mit ihrer Arbeit identifizieren
  • zum Perfektionismus neigen
  • nach Bestätigung durch andere suchen
  • ihre eigenen Bedürfnisse vernachlässigen
  • sich selbst gegenüber wenig empfindsam sind

 

Die hohe Belastung am Arbeitsplatz, der Wunsch den Ansprüchen der Familie gerecht zu werden und alle täglichen Aufgaben zu meistern, hat zahlreiche negative Auswirkungen auf die Gesundheit wie wissenschaftliche Studien zeigen:
Schlaflosigkeit, nervöse Magenbeschwerden und Herzrhythmusstörungen sind nur einige davon. Einige prominente Personen, wie der Sportler Sven Hannawald, der ehemalige Zuger Ständerat Rolf Schweiger oder der Komiker René Rindlisbacher , haben ihre Leben auf Grund von Burn-out verändern müssen. Deshalb ist es wichtig, die ersten Signale zu erkennen und die Überlastungsspirale aufzuhalten.

 

Warnsignale sind:

  • die Vernachlässigung eigener Bedürfnisse
  • Beschränkung sozialer Beziehungen auf das Arbeitsumfeld
  • Versagensängste
  • Anforderungen werden zunehmend als Belastung empfunden
  • Unfähigkeit zu entspannen
  • Veränderung der normalen Tagesroutine (unregelmässige Mahlzeiten, zu wenig Bewegung, zu wenig Schlaf, zu wenige Erholungsphasen)

 

Da Burn-out Geist und Körper beeinflusst, ist eine ganzheitliche Sichtweise sehr hilfreich, um die Ursachen zu erkennen und zu behandeln. Der Ayurveda betrachtet den ganzen Menschen und erkennt das subtile Zusammenspiel zwischen den feinsten Ebenen der Physiologie und der Psychologie. Eine anhaltende psychische Belastung verursacht Ungleichgewichte in den Doshas, welche sich dann in körperlichen Beschwerden äussern.

 

Bei Burn-out beginnt der Verlauf mit einem schwachen Agni. Agni, das Lebensfeuer kommt zum Erlöschen und ein extremes Vata-Ungleichgewicht ist die Folge mit Mangel an Ojas und Rasa (Blutplasma). Das Prana-Vata – ein Sub-Dosha von Vata – bewältigt seine Aufgaben nur unzureichend. Prana-Vata ist die Lebensenergie und hat eine enge Beziehung zur Psyche und eine Regulierungsfunktion für alle anderen Doshas. Ist Prana-Vata gestört, führt dies zu einer Verminderung von Kapha, das für die nährende und aufbauende Kraft steht und im Wesentlichen für die Bildung von Ojas (die Immun- und Abwehrkraft) verantwortlich ist. (Quelle: Kerstin Rosenberg, Yoga aktuell)