Trigonella foenum-graecum (Latein)
Bockshornklee, griechisches Heu, griechischer Bockshornklee (Deutsch)
Methika (Sanskrit), Meti (Hindi)

 

Während der Name Bockshornklee die Samenschoten dieser weit verbreiteten Pflanze mit den langen, schmalen, gebogenen Hörnern eines (Ziegen-)Bocks vergleicht, deutet der lateinische sowie der zweite deutsche Name des Klee-artigen Krauts auf die Verwendung als gehaltvolle Futterpflanze für Vieh hin. Zudem steht Griechenland sinnbildlich für das Mittelmeergebiet, woher der Bockshornklee ursprünglich stammt. Heute wird die Pflanze im Mittelmeerraum, in Vorderindien, in China und weiteren Gebieten angebaut. Er liebt das Sonnenlicht und selbst Trockenheit hindert das einjährige, bis zu 80 cm hohe Kraut nicht am Wachstum, denn eine starke Pfahlwurzel versorgt die Pflanze mit ausreichend Wasser. Gelblich-weisse Schmetterlingsblüten locken Insekten an und entwickeln sich im Lauf des Sommers zu kleinen, kantigen, bräunlichen Hülsenfrüchten. Diese enthalten eine Vielzahl von Schleimstoffen, Gerbstoffen, Bitterstoffen, Proteinen sowie fettes Öl. Der Wert dieser Inhaltsstoffe war schon vor Jahrtausenden in Indien und Ägypten bekannt, und in späteren Epochen wurde Bockshornklee u.a. auch von Hildegard von Bingen und Kräuterpfarrer Künzle gepriesen.

In der Schweiz, in Süddeutschland und im Südtirol wird ein enger Verwandter des Bockshornklees angebaut – der würzige Schabzigerklee (trigonella melilotus-caerulea), auch blauer Bockshornklee genannt.

Die Samen von Bockshornklee wirken erwärmend, sind ölig und beruhigen Zustände, die durch erhöhtes Vata verursacht wurden. Hebammen setzen die stärkenden Samen seit jeher in der Geburtshilfe und während der Stillperiode ein. Der bittere Geschmack bei der Einnahme und der scharfe Geschmack nach der Verdauung reduzieren Kapha und sind hilfreich bei entsprechenden Gesundheitsstörungen. Traditionell werden die Samen innerlich als Gewürz und äusserlich als Umschläge oder Kräuterpflaster verwendet. Bockshornklee ist als ganze Samen und als Pulver erhältlich. Ihre intensive Bitterkeit reduziert sich durch kurzes Rösten der Samen in Ghee. Ebenso wie das getrocknete Schabzigerkraut finden in der Küche auch die aromatischen Bockshornkleeblätter Verwendung.

 

Ayurvedische Eigenschaften (bezogen auf die Samen):

  • Geschmack (Rasa): bitter
  • Eigenschaft (Guna): ölig, leicht
  • Wirkkraft (Virya): erhitzend
  • Geschmack nach der Verdauung (Vipaka): scharf
  • Wirkung auf die Doshas: verringert Vata und Kapha
  • Stoffwechselenergie: stärkt Agni

 

 

 

Quelle:

Schrott/Ammon: Heilpflanzen der ayurvedischen und der westlichen Medizin, Springer Verlag, 2012