Sportliche Aktivität hat viele gesundheitsfördernde Wirkungen: Der Körper wird fit und beweglich gehalten,
die Muskulatur wird aufgebaut, und alle inneren Organe werden gestärkt. Doch wie bei so vielen guten Dingen im Leben, gibt es auch beim Sport ein Mass dafür, ab wann statt positiver Effekte negative
auftreten. Nicht nur, dass ein übereifriger Jogger Gefahr läuft, sich eine Dehnung oder Zerrung zuzuziehen. Auch der Langzeiteffekt übereifrigen Sports ist ungesund: Der gesamte Körper ist davon betroffen, seine
Ressourcen werden erschöpft, und er verliert sein inneres Gleichgewicht. Was „gesunder Sport“ ist, zeigen Ihnen die hier vorgestellten ayurvedischen Tips.

50% Belastung = maximaler Erfolg

Zuviel Sport in der falschen Art und Weise kann mindestens genau so ungesund sein wie zuwenig. Doch wie findet man das richtige Mass für sich selbst heraus? Mediziner empfehlen meist, bis zu 70-85% der maximalen Belastung zu gehen. Der Ayurveda gibt eine einfache Faustregel: Wenn man anfängt schwer zu atmen, so dass man nicht mehr durch die Nase, sondern durch den Mund atmen muss, und stark zu schwitzen beginnt, sollte man aufhören oder etwas langsamer machen. Diese Art von Fitness-Programm, bei der man bis maximal 50% der eigenen Kapazität geht, ist ausgleichend und ideal für die Gesundheit.

Diese Vorgabe scheint von der derzeitigen medizinischen Meinungen abzuweichen. Allerdings betrachtet der Ayurveda Sport immer ganzheitlich, d.h. der Zweck liegt nicht ausschließlich darin, Muskeln aufzubauen und den Kreislauf zu stärken. Sport zu treiben soll vor allem auch dazu beitragen im gesamten Körper ein vollständiges inneres Gleichgewicht aufrechtzuerhalten, alle Organe zu stärken und das Immunsystem wiederstandsfähiger zu machen. “ Nach dem Sport sollte man sich besser und energiereicher fühlen als zuvor. Erschöpfung ist ein Zeichen für „ungesunden“ Sport.

Regelmässigkeit

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass Sport regelmäßig ausgeübt werden soll. Es ist besser, sich täglich ein paar Minuten bis 1/2 Stunde mit 50% der eigenen Leistung fit zu halten, als 1-2 mal pro Woche seinen Körper 2 Stunden zu martern. Der Körper profitiert von regelmäßigem Sport mehr und wird mit der Zeit – so die klassischen ayurvedischen Texte: -stark, ausdauernd, energievoll und flexibel. Herz und innere Organe werden gekräftigt, die Verdauungskraft stimuliert und der Geist wird ausgeglichen und ruhig.

Wann man Sport treiben sollte

Oft wird übersehen, dass es im Bezug auf den körperlichen Biorhythmus bestimmte Zeiten gibt, die besser oder schlechter für das persönliche Sportprogramm geeignet sind.
1. Tageszeit: Morgens zwischen 6 und 10 Uhr ist die beste Zeit, um etwas für die eigene Fitness zu tun. Der Abend eignet sich besser zum Entspannen, Ausruhen und Regenerieren. 2. Jahreszeit: Im Sommer sollte der tägliche „Workout“ nicht gerade in der Mittags-Hitze stattfinden. Generell sollte man im Herbst, Winter und Frühjahr mehr Sport treiben als im Sommer.

Information

Auf Sport sollte man verzichten ...

  • wenn man sich erschöpft fühlt
  • bei Krankheit
  • wenn man Hunger oder Durst hat
  • direkt vor oder nach dem Essen. Nach dem Essen mindesten 2 - 3 Stunden warten. Gegen einen Verdauungsspaziergang ist dagegen nichts einzuwenden.
  • Frauen sollten während der Menstruation, der Schwangerschaft und einige Zeit nach der Geburt keinen oder nur sehr leichten Sport treiben.

 

Individuelle Unterschiede

Der Ayurveda fügt der gängigen Sichtweise einen weiteren Aspekt hinzu,
indem er individuelle Anweisungen gibt, abhängig vom Alter und
„Konstitutionstyp“.

1. Alter: Menschen unter 25 Jahren sollten regelmäßig ausreichend
Sport treiben. Kinder bewegen sich meistens sowieso viel und haben
Freude am Sport. Man sollte sie aber auf keinen Fall zu irgendetwas
zwingen. Kinder wissen meist sehr gut, was und wie viel Sport Ihnen gut tut.
Von 25 - 40 Jahren kann das Ganze etwas gemäßigter ausschauen,
und ist abhängig vom Konstitutionstyp (Veranlagung). Menschen über
40 sollten zunehmend moderater Sport treiben – wenngleich
regelmäßig (ca. 1/4 - 1/2Stunde pro Tag).

2. Konstitution: Schlanken Menschen mit feinen Gliedern und schnellen
Bewegungen (Vata) bekommen langsame, leichte Sportarten, die den
Körper 15 - 20 Minuten kontinuierlich in Bewegung halten, am besten.
Dazu gehören z.B. Wandern, Schwimmen, Tanzen und Radfahren.
Sie sollten besonders darauf achten, Sport nicht zu übertreiben
und im Winter eventuell auf Hallensport ausweichen, da sie der Kälte nicht so gut
gewachsen sind. Menschen mit mittlerem, kräftigem Körperbau (Pitta), die über einen
guten Wärmehaushalt verfügen, können etwas mehr Beanspruchung vertragen, wobei
15 - 20 Minuten tägliche Übung ausreichen. Geeignete Sportarten sind: Wassersport wie z.B.
Schwimmen & Surfen, alle Sportarten, die an der frischen Luft ausgeübt werden (Skifahren, Klettern,
Radfahren, leichtes Joggen und alle Ball- und Teamsportarten). Von Natur aus etwas kräftige Personen (Kapha) sind zwar oft nicht so motiviert, profitieren aber am meisten von regelmäßigem Sport. Sie mögen Sportarten wie z. B. Joggen, Langstreckenlauf und Rudern, da sie über die entsprechende Durchhaltekraft verfügen. Täglich 15-30 Minuten sind ausreichend. Für alle Personengruppen ist eine gewisse Aufwärmphase zu empfehlen.

Regeneration

Eine ausreichende Regenerationsphase ist genauso wichtig wie die sportliche Betätigung. In ihr erholt sich der Körper und sammelt wieder Kräfte. Eine sanfte Massage entspannt die beanspruchten Glieder und Gelenke. Sie lockert die Muskulatur und hilft, die zu Muskelkater führende Milchsäure (Laktat) abzubauen. Das ayurvedische Sport-Massageöl macht diese Massage noch angenehmer.

Nahrungsergänzungen

Die Nahrungsergänzung Sportler-Rasayana (= Amalaki 21) eignet sich hervorragend für Sportler und sportlich aktive Menschen. Dieses Produkt besteht aus der indischen Amlafrucht (Amalaki). In den ayurvedischen Schriften wird ihm eine anabolische (=muskelaufbauende) Wirkung, sowie ganzheitlich nährende und ausgleichende Eigenschaften zugeschrieben. Die bedeutendste ayurvedische Nahrungsergänzung ist Maharishi Amrit Kalash. Sie reduziert nachweislich zellschädigende Substanzen, sogenannte "freie Radikale".

Alle diese ayurvedischen Ratschläge sind bei Profisportlern nur bedingt anwendbar, da sie mehr trainieren müssen, um Spitzenleistungen zu erreichen. Ihnen wird empfohlen, durch die Einnahme entsprechender Nahrungesergänzungen, den Schaden zu verringern, der durch „Freie Radikale“ entsteht. Des weiteren sollten die täglichen Regenerationsphasen besonders strikt eingehalten werden und zweimal jährliche eine Panchakarma-Behandlung (ayurvedische Reinigungstherapie) durchgeführt werden. Profisportler berichten, dass diese Maßnahmen sowohl Ihre Leistung steigern wie auch Ihre Gesundheit verbessern.