Pimpinella Anisum (Latein)
Anis (Deutsch)
anisuna, svetapuspa (Sanskrit)

Anisgebäck – «Chräbeli» und «Anisbrötli» – gehören hierzulande zum traditionellen weihnachtlichen Standardsortiment. Entweder man liebt die weissen Guetzli mit den kleinen, aromatischen Samen, die sich zwischen den Zähnen verfangen, inniglich oder verabscheut sie ganz und gar. Dass Anis auch ein ayurvedisches Gewürz ist, wissen dagegen nur wenige.

Ebenso wie Fenchel, Dill, Möhre und Kümmel gehört auch Anis zu den Doldengewächsen. Die Heimat von Pimpinella Anisum liegt in Ägypten; angebaut wird die Gewürzpflanze zudem neben Europa und Indien auch in weiteren Gebieten der Welt.

Anis ist eine einjährige, bis 50 cm hohe Pflanze mit einer dünnen Pfahlwurzel, einem behaarten, verzweigten Stängel und doldigen Blütenständen. Aus den weissen Blütchen entwickeln sich im Spätsommer kleine Samen oder Früchte, die mit ihrer charakteristischen, zugespitzten Form und dem dünnen Schwänzchen an winzige Mäuse erinnern. Da Anis scharfe, bittere und erhitzende Eigenschaften aufweist, wird das Gewürz sowohl in der ayurvedischen wie auch in der traditionellen europäischen Medizin bei Verdauungsbeschwerden (Samana Vata ausgleichend) und bei schleimbildenden, durch erhöhtes Kapha verursachte Erkältungskrankheiten eingesetzt. Ebenfalls seit langem bekannt ist Anis bei stillenden Müttern, da er die Milchbildung fördert.

Verwendung finden hauptsächlich die getrockneten Samen und das ätherische Öl der Gewürzpflanze Anis.

Ayurvedische Eigenschaften:

  • Geschmack (Rasa): bitter, scharf
  • Eigenschaft (Guna): scharf, leicht
  • Wirkkraft (Virya): erhitzend
  • Geschmack nach der Verdauung (Vipaka): scharf
  • Wirkung auf die Doshas: reduziert Vata und Kapha
  • Mentale und spirituelle Wirkung: sattvisch
  • Stoffwechselenergie: regt Agni mild an

 

Quellen:
Schrott/Ammon: Heilpflanzen der ayurvedischen und der westlichen Medizin, Springer Verlag, 2012