Agni spielt im Veda eine wichtige Rolle. Der Rig-Veda – einer der vier wichtigsten Schriften der indischen Hochkultur – beginnt mit dem Wort Agni.
In der Bibel heisst es: Es werde Licht! Aus diesem ersten Impuls heraus erschafft und erneuert unsere innere Intelligenz täglich unseren Körper.

 

Das überall in der Schöpfung vorhandene Feuer drückt sich im Menschen als Verdauungsfeuer Agni aus. Es ist nicht nur für die Umwandlung unserer Nahrung wichtig, sondern auch für die Verarbeitung unserer täglichen Erfahrungen. Unverdaute Emotionen, Traurigkeit, unterdrückter Zorn oder Schuldgefühle schaden dem Agni und somit unserer Gesundheit genauso wie über die Jahre angesammelte Toxine im Verdauungssystem.

 

Agni ist im Gegenteil zu Pitta trocken und damit reines Feuerelement. In der modernen Biochemie würde das innere Agni mit den Enzymen gleichgesetzt, hochkomplexen Eiweissmolekülen, die alle Stoffwechselprozesse im Körper steuern. In der ayurvedischen Ernährungslehre dreht sich alles um Agni und in der Caraka Samhita (Ayurveda Lehrbuch) kann man die herausragende Bedeutung, die Angi für den Menschen hat, nachlesen:

 

 

Von Agni hängen ab:

  • Lebensspanne
  • Ausstrahlung
  • Stärke
  • Gesundheit
  • Begeisterungsfähigkeit
  • Körperfülle
  • Energie
  • Wärmeregulation
  • Vitalität
  • Ojas (das feinste Stoffwechselprodukt)

 

Die Natur von Agni ist sauer, daher ist es für die Zersetzung der Nahrung zuständig. Es hält unser Immunsystem aufrecht und sorgt dafür, dass Toxine und Bakterien im Magen und den Därmen beseitigt werden. Nahrung wird absorbiert, assimiliert und in Energie umgewandelt.

 

Laut den ayurvedischen Texten wird Agni in 13 verschiedene Funktionen unterteilt, wovon Jatharagni das wichtigste ist. Jatharagni spaltet die Nahrung in die fünf Elemente auf und leitet sie in die entsprechenden Dhatus (Körpergewebe) weiter. Was nicht verwertet werden kann, wird ausgeschieden. Sein Sitz befindet sich im Magen, im Zwölffinger- und Dünndarm.

 

 

Die Beziehung von Agni und dem Funktionsprinzip Pitta

Das Funktionsprinzip Pitta ist eine Mischung aus den Elementen Feuer und etwas Wasser und daher auch feuchter Natur. Das Pitta Dosha sorgt dafür, dass die Balance zwischen aufbauendem Kapha und destruktivem Vata aufrecht erhalten bleibt.
Aus diesem Unterschied ergibt sich die Erklärung, warum eine Zunahme von Pitta zu Agni-Störungen führen kann. Wenn Pitta auf die Dauer erhöht ist, wirkt es wie ein heisser Wasserschwall, der Agni auslöscht. Die Folgen davon sind Verdauungsprobleme, da ein Übermass an Pitta die Verdauungskraft verringert und die Bildung von Ama begünstigt.

 

Beschwerden wie Völlegefühl, Aufstossen, Blähungen, Magenbeschwerden und Mattigkeit nach dem Essen können auftreten. Erhöhtes Pitta überhitzt das Gewebe und man fühlt sich eher erschöpft als energievoll. Die Energiereserven reichen nicht aus und man bewältigt die täglichen Anforderungen nur mit grossem Willenseinsatz.
Der Ayurveda Therapeut kann diese Überhitzung im Puls fühlen und ausgleichende Massnahmen empfehlen.

 

 

Besonders Pitta erhöhend sind:

  • Tomaten, Tomatenprodukte
  • saure Früchte (ausser Limonen und Zitronen)
  • mit Essig eingelegte oder zubereitete Speisen
  • fermentierte Nahrungsmittel wie z.B. das Glas Wein zum Essen.

 

Besonders in der Pitta Jahreszeit sollte man darauf achten, dass das Pitta Dosha nicht zu sehr überhand nimmt und man mit geeigneten Nahrungsmittelkombinationen entgegenwirkt.
(z.B. Tomaten mit Kräutern und Gewürzen zubereiten, die den sauren Effekt mildern)